Vier Hochschulen, drei Länder, ein Lernraum

Von: id/am
Freuen sich nach dem Strategietreffen für die Midplus-Kooperation (von links): Sophia Gruner (Fontys), Bart Bosma (HZ Vlissingen), Ingo Dittrich (HS Offenburg) und Mike Beyer-Pedersen (VIA). © Hochschule

Über die Angebote der Erasmus-Mobilität und dem Double-Degree-Programm mit der VIA in Dänemark hinaus können insbesondere Studierende des Studiengangs Betriebswirtschaft/Logistik und Handel (LH) im Rahmen des neuen Logistik-Clusters „Midplus“ mit dem normalen Studienprogramm deutlich mehr internationale Erfahrungen sammeln. Dabei kann von den Studierenden frei gewählt werden, wie viel Internationalität sie in ihre Pflichtkurse integrieren möchten. Die Aktivitäten von Midplus stehen nicht nur LH-Studierenden zur Verfügung, sondern können von allen an Themen der Logistik und auch E-Commerce interessierten Studierenden der Fakultät belegt werden.

Die Idee hinter Midplus ist, vor allem mit dem LH-Studiengang noch stärker ins Internationale zu gehen. „Ein Logistiker und Händler braucht den internationalen Hintergrund“, begründet Prof. Dr.-Ing. Ingo Dittrich diesen Schritt. Als Leiter des Bachelorstudiengangs Betriebswirtschaft/Logistik und Handel (LH) hat er zusammen mit Prof. Dr. rer. pol. Achim Burkhardt, Prof. Dr. rer. pol. Robert Köhler, Prof. Dr. rer. oec. Andrea Müller sowie den Kollegen der Kooperationshochschulen VIA University College in Dänemark, Fontys und HZ in den Niederlanden die Idee umgesetzt. Eine weitere Partnerhochschule wird voraussichtlich in Kürze noch dazustoßen. Inhaltlich ergänzen sich die Kooperationspartner, so dass für die Studierenden ein erweitertes Themenspektrum aus der Logistik und dem E-Commerce zur Verfügung steht. Weiterhin verfügen an den Partnerhochschulen die Dozenten über exzellente Englischkenntnisse, so dass auch sprachlich für die Gengenbacher Studierenden ein Lerngewinn zu erwarten ist.

Erfolgreicher erster Test

Über die studienbegleitenden Aktivitäten von „Midplus“ sollen die Studierenden einerseits an einen längeren Auslandsaufenthalt herangeführt werden. Andererseits bekommen auch Studierende, deren nachvollziehbare familiäre und persönliche Gründe einen Weggang für längere Zeit verhindern, über Kurzaufenthalte wenigstens ansatzweise eine andere Lern-, Arbeits- und Lebenskultur vermittelt.

Ein erster erfolgreicher Test für eine Verzahnung von Pflichtkursen verschiedener Studiengänge war Ende 2015 ein internationales Projektseminar, welches das dänische VIA University College und die Hochschule Offenburg gemeinsam auf die Beine stellten. Fünf dänische und vier deutsche Studierende haben zusammen drei Wochen lang - teils vor Ort, teils über Telekommunikation wie im richtigen Leben eines internationalen Projekts - als Team eine reale Aufgabe bearbeitet. Schon damals konnten die LH-Studierenden zwischen nationaler und internationaler Belegung des Pflichtkurses „Projektseminar“ wählen.

„Topweeks“, Exkursionen und Projektseminare

Nach einem Testlauf mit Gastdozenten eines großen niederländischen Unternehmens zur Einrichtung eines internationalen virtuellen Vorlesungsraums Ende 2016 wird es im nächsten Sommersemester 2017 richtig losgehen: Im März 2017 wird in Gengenbach die TOPweek "E-Commerce, Multi-Channel-Management" in Kooperation von Hochschule Offenburg und Fontys University of Applied Sciences/NL-Venlo angeboten. Mit „TOPweek“ werden in Midplus Kurzworkshops bezeichnet, die sich einem vertiefenden Thema aus den Kompetenzfeldern der Partnerhochschulen widmen. Für Mai 2017 ist ein gemeinsames internationales Projektseminar geplant. Im gleichen Jahr wird mindestens noch eine weitere TOPweek an einer anderen Partnerhochschule des Clusters angeboten werden.

Für die Reise- und Übernachtungskosten zu den gemeinsamen TOPweeks, Exkursionen und Projektseminaren sowie die Anschaffung der Technik für den virtuellen, internationalen Vorlesungsraum benötigen die Kooperationspartner mehr finanzielle Mittel als bei einem reinen Studentenaustausch. Freundlicherweise wird Midplus bereits von zwei Unternehmen der Region – die Zehnder Logistik GmbH, Lahr sowie die PWO AG, Oberkirch - unterstützt. Doch man sei noch nicht „in trockenen Tüchern“, wie Dittrich und sein Midplus-Kollege Achim Burkhardt betonten. Weitere Unterstützer sind also herzlich willkommen.

Weitere Informationen: bw.hs-offenburg.de/studium/bachelor-studiengaenge/logistik-und-handel/

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