Hochschule macht Region fit für E-Commerce

Das Corona-Virus legt die Wirtschaft und das öffentliche Leben nun schon mehrere Wochen weitgehend lahm. Persönliche Kontakte und gemeinsame Erlebnisse sind durch die aktuellen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Die Ortenau trifft dies besonders hart, da Leistungen des Einzelhandels und der Gastronomie bisher meist nur über stationäre Vertriebskanäle angeboten wurden.

Zwar haben bundesweite Lieferdienste bereits einige regionale Gastronomiebetriebe in ihre Netzwerke eingebunden und stellen ihnen so elektronische Verkaufskanäle bereit. Auch veröffentlichen aktuelle Initiativen, wie die der regionalen Tageszeitungen, Telefonnummern und E-Mailadressen des Einzelhandels und der Gastronomie gesammelt, um deren Existenz kundzutun. Doch diese Angebote reichen bei weitem nicht, um die Leistungen der Anbieterunternehmen für die Kundinnen und Kundinnen transparent zu machen. Dabei können auch kleine und kleinste regionale Anbieter in Bereichen wie Haus und Garten, Kochen und Genießen sowie Entertainment, die durch die Fokussierung des Tagesablaufs der Menschen auf die eigenen vier Wände in Deutschland gerade ein starkes Wachstum verzeichnen, über elektronische Vertriebswege weiterhin Umsatz generieren. Das gilt zum Beispiel für Konditoreien genauso wie für Raumausstatter.

An der Hochschule Offenburg gibt es bereits seit 2012 den Schwerpunkt Marketing und Vertrieb als Vertiefung im Studiengang Betriebswirtschaft, bei dem Studierende lernen, wie der Distanzhandel der Zukunft die Geschäftstätigkeit aller Branchen verändern wird. Diese Expertise stellen die Professorinnen und Professoren der Hochschule nun allen Unternehmen der Region als kostenloses Fortbildungsangebot zur Verfügung: Die Workshopreihe „Hands-On-E-Commerce“ vermittelt unkompliziert in fünf aufeinander aufbauenden Themenblöcken praktische Informationen zur Erstellung einer „Webseite“, Teilnahme an „Marktplätzen“, Einrichtung eines „Online-Shops“, Durchführung von Aktivitäten im „Online-Marketing“ und „Social Media“. Alle Themen werden anschaulich erklärt und direkte Umsetzungsanleitungen dargestellt. Die Inhalte basieren auf einer Seminarreihe, die die Hochschule Offenburg im Herbst 2019 mit der Stadt Oberkirch durchgeführt hat. An diesen Veranstaltungen haben circa 70 Oberkircher Unternehmen teilgenommen und im Februar 2020 dafür ihre Teilnahmezertifikate erhalten. Eine Fortsetzung in Oberkirch ist bereits angesetzt.

„Die Interaktion von Menschen über die Distanz war noch nie so wichtig wie in diesen Tagen der Quarantäne und Isolation. Die Digitalisierung bietet hier Lösungen an, denen aufgeschlossen begegnet werden muss“, so das Credo von Marketing-Professorin Andrea Müller als Initiatorin der Weiterbildungsinitiative. Ziel des Angebots ist es, die regionale Wirtschaft in der Krise zu unterstützen damit nicht internationale Online-Plattformen als Gewinner aus dieser Umbruchphase herausgehen, sondern die Unternehmen vor Ort das mögliche Potenzial für die gegenwärtige Corona-Phase nutzen und zugleich die Potenziale der digitalen Zukunft ins Visier nehmen.Die praxisnahe wissenschaftliche Weiterbildung gehört mit zum Wissens- und Technologietransfer der Hochschule Offenburg, die auch Partner der regionalen Initiative E-Com-Region ist, mit der die E-Commerce-Aktivitäten der Region Ortenau gestärkt werden.

Interessierte werden gebeten, sich zur Workshopreihe „Hands-On-E-Commerce“ per E-Mail bei Christina.Miclau@hs-offenburg.de zum Aufbau eines Netzwerks für den Austausch anzumelden. Die Inhalte der Workshops sind auf der Webseite der Black Forest Business School der Hochschule Offenburg https://bfbs.hs-offenburg.de unter dem Reiter Workshops zu finden.