Landwirtschaft 5.0 wird vorgestellt

Eine Säule des Projekts Landwirtschaft 5.0 sind Blühstreifen an den Ackerrändern, die die Artenvielfalt steigern sollen.

Eine Denkfabrik aus sechs Hochschulen/Universitäten, sechs wissenschaftlichen Instituten, zwölf Firmen, der Stadt Offenburg und 15 heimischen Landwirten unter Leitung der Hochschule Offenburg will im Rahmen des Forschungsprojekts Landwirtschaft 5.0 die Biodiversität stärken, die globale Abkühlung einleiten und mit einer neuen Landwirtschaft zur Rettung der Artenvielfalt und des Klimas beitragen. Das Gesamtkonzept dazu steht: „Wir wollen am Ackerrand zwei Streifen anlegen. Auf dem einen bauen wir nur Kulturen an, die die Artenvielfalt steigern. Auf dem anderen bauen wir Biomasse an, aus der wir dann Pflanzenkohle herstellen, die auf dem Acker ausgebracht zur Ertragssteigerung, Humusbildung und Kohlenstoff-Einlagerung genutzt wird“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Daniel Kray. Gleichzeitig solle die landwirtschaftliche Elektromobilität (Traktor, Radlader, Lieferfahrzeuge) gefördert und durch die Solarstromerzeugung über oder neben den Äckern die notwendige Energie dafür gewonnen werden.

Nun geht es darum, das Thema in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Prof. Dr. Daniel Kray spricht am 18. September ab 22 Uhr im Bürgertalk „mal ehrlich … wer stoppt den Klimawandel?“ des SWR-Fernsehens über das Thema. Außerdem stellen die Beteiligten die Landwirtschaft 5.0 bei verschiedenen Veranstaltungen vor: am 20. September, dem Tag des „Global Climate Strike“, auf dem Marktplatz Offenburg, am 28. September auf der Oberrhein Messe am Stand der Stadt Offenburg und am 8. Oktober im Freigeist, Am Marktplatz 13, in Offenburg. Darüber hinaus sind der Aufbau weiterer Kommunikationskanäle und die Erstellung professioneller Inhalte dafür geplant (zum Beispiel Videos), um auch der Allgemeinheit die Lösungsansätze zur Agrarwende näher zu bringen und sie dafür zu begeistern.

Mitte Oktober treffen sich die Mitglieder des Konsortiums dann zu ihrem dritten Symposium an der Hochschule Offenburg, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Es gilt Vorarbeiten für die großen Forschungsanträge bei den Ministerien zu leisten, die eine Finanzierung über fünf Jahre sicherstellen sollen. Unter anderem sollen Vorstudien durchgeführt werden, um wichtige Daten von den beteiligten Höfen und der Stadt Offenburg zusammenzutragen. Dies ist von großer Bedeutung, um zum Beispiel Stoffströme (wie Grünschnitt, Klärschlamm oder Erntereste) zu erfassen und ihre möglichst umweltschonende Nutzung zu optimieren. Daneben werden Labore und Anlagen zur Pflanzenkohle-Herstellung und Analytik geplant. Gleichzeitig werden wichtige erste Experimente (zum Beispiel erste Blühflächen-Designs) vorgenommen und veröffentlicht, die das Potential von Landwirtschaft 5.0 ganz genau aufzeigen sollen.

Interessierte können das Projekt unterstützen: Ab sofort sammelt die Denkfabrik hinter Landwirtschaft 5.0 per Crowdfunding Geld für die Anschubfinanzierung. Mit diesen ersten Geldern sollen weitere Projektbeiträge beantragt und die Vorstudien bezahlt werden. Weitere Informationen gibt es auf der Crowdfunding-Website https://www.startnext.com/landwirtschaft-50. Dort wird das Projekt auch in Text und Video noch ausführlicher vorgestellt.