Auf dem Weg zur klimaneutralen Hochschule

Eine Arbeitsgruppe der Hochschule will den Energieverbrauch auf dem Hauptcampus bis zum Jahr 2025 klimaneutral zu gestalten

Zur ZEC-2025-Arbeitsgruppe gehören Prof. Dr. Wolfgang Bessler, Prof. Dr. Niklas Hartmann, Prof. Elmar Bollin, Dr. Matthias Günther, Ulrich Kuttruff, Prof. Dr. Michael Schmidt (von links) sowie, nicht im Bild, Prof. Dr. Ulrich Hochberg, Prof. Dr. Daniel Kray und die studentischen Mitarbeitenden Natalie Miller und Gustavo Lopes Rodrigues

Moderne Energieversorgung ist ein wichtiges Thema an der Hochschule Offenburg – und das nicht nur in Lehre, Forschung und Entwicklung. Schon 2008 wurde auf dem Campus die Energiezentrale mit vergleichsweise emissionsarmen Blockheizkraftwerken installiert, über die Erdgas effizient zur Stromerzeugung, zum Heizen und zum Kühlen genutzt wird. Mit der Zeit haben sich neue Ziele und neue Herausforderungen ergeben. In Baden-Württemberg gibt es das Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes, das bis zum Jahr 2050 eine Minderung des CO2-Ausstoßes im Land um 90 Prozent vorsieht, wobei landeseigene Einrichtungen, wie zum Beispiel die Hochschulen, eine Vorbildfunktion ausfüllen sollen.

Eine Arbeitsgruppe unserer Hochschule hat sich nun das ehrgeizige Ziel gesetzt, Konzepte zu erarbeiten, um den Energieverbrauch auf dem Hauptcampus bis 2025 klimaneutral zu gestalten. Dabei sollen die benötigten Strom-, Wärme- und Kältemengen möglichst weitgehend auf dem Campus selbst emissionsfrei erzeugt werden. Angestrebt wird sowohl ein hoher Eigenverbrauchsanteil als auch ein hoher Eigenversorgungsanteil, d. h. möglichst wenig der erzeugten Energie soll in die Netze abgegeben werden und möglichst wenig der benötigten Energie soll aus den Netzen bezogen werden. Die Gruppe hat dem Projekt den Namen Zero Emission Campus 2025 (ZEC 2025) gegeben.

Die für PV verfügbaren Flächen auf dem Campus sind bei konsequenter Ausnutzung ausreichend, um den dortigen Energiebedarf zu decken.

Ehrgeiziges Konzept

Da als Energiequelle auf dem Campus die solare Einstrahlung dominiert, wird die lokale Energiegewinnung hauptsächlich auf Photovoltaik beruhen. Windenergie kann ergänzend genutzt werden. Die für PV verfügbaren Flächen auf dem Campus sind bei konsequenter Ausnutzung ausreichend, um den dortigen Energiebedarf jahresbilanziell zu decken. Für hohe Eigenverbrauchs- und Eigenversorgungsanteile wird es aber notwendig sein, Maßnahmen zu treffen, um Energieangebot und -nachfrage zeitlich zusammenzubringen. Dabei wird es zunächst hauptsächlich darauf ankommen, mit dem Einsatz von Batterieblöcken kurzzeitige Schwankungen etwa im Tagesrhythmus abzumildern. Weitere Speicheroptionen, insbesondere die Erzeugung von Wasserstoff durch die Elektrolyse von Wasser, können für einen zunehmenden saisonalen Angebotsausgleich sorgen.

Ein wichtiger Baustein ist auch die weitere Erhöhung der Energieeffizienz auf dem Campus. 2014 wurde bereits das hocheffiziente Gebäude E eingeweiht, das im Passivhausstandard gebaut wurde, über eine thermische Bauteilaktivierung verfügt und dessen Kühlung mit minimalem Energieeinsatz durch Nutzung des Grundwassers als Wärmesenke geschieht. Die anstehende Modernisierung des Gebäudekomplexes B/C wird ein weiterer großer Schritt zu mehr Energieeffizienz sein.

Die Hochschule verfügt in verschiedenen bestehenden Arbeitsgruppen über vielfältige Kompetenzen zur Umsetzung von ZEC 2025. Das Projekt soll öffentlichkeitswirksam und für die Lehre nutzbar gestaltet werden, etwa mit einem erlebbaren Energiepark, in dem über das Energiesystem informiert wird. Es ist ein längerfristiges und komplexes Projekt. Das Jahr 2025 benennt einen ambitionierten Zeitrahmen, in dem die Wende zum emissionsfreien Energiesystem auf dem Hauptcampus der Hochschule Offenburg weitgehend vollzogen sein soll.