Früherer MR.SPoC-Stipendiat startet durch

Freuen sich über den Erfolg: Jérôme Klausmann (links) und Adrian Junker (rechts). Foto: Craftsforce

Jérôme Klausmann, dessen Familie einen Fensterbaubetrieb in Hausach besitzt, hat am Standort Gengenbach Wirtschaftsingenieurwesen mit Wahlpflichtfach Entrepreneurship studiert. 2019 bewarb er sich erfolgreich mit einem Konzept für eine Kundenonlineberatungs-Plattform zum Thema Fenster beim Stipendien-Programm MR.SPoC (Mehrstufige Rekrutierung von Stipendien mit Proof of Concept) der Hochschule Offenburg. „Die Erstberatung im Vorfeld einer Angebotserstellung ist im Fensterbau sehr aufwändig, das dauert gern mal vier Stunden. Zeit, die die Fensterbauer nicht bezahlt bekommen. Außerdem sind die meisten Kunden es inzwischen gewohnt, zunächst übers Internet zu kommunizieren“, erklärt er den Hintergrund seiner Idee.

Im Verlauf des Stipendiums bemerkte er bei Gesprächen mit möglichen Pilotkunden – verschiedenen Fensterbaufirmen – allerdings, dass eine Kundenonlineberatungs-Plattform allein das Problem nicht lösen würde. Also entwickelte er sein Konzept weiter, hin zu einem Anfragetool, das die Unternehmen auf ihrer Website einbinden können. Auf Basis der darüber gewonnenen Daten können die Betriebe anschließend nicht nur Angebote erstellen, sondern auch viele weitere Dienstleistungen anbieten und mit den Kunden interagieren. Um das Tool auf den Markt zu bringen, gründete Jérôme Klausmann noch während des Stipendiums zusammen mit Adrian Junker, einem weiteren Absolventen der Hochschule Offenburg, schließlich die Firma Craftsforce. „Das Stipendium aus dem MR.SPoC-Programm war dabei sehr wichtig, um die Gründung anzuschieben und die Gründungskosten zu decken“, betont Jérôme Klausmann. Bis sich ein Unternehmen selber trage, sei es aber immer noch ein weiter Weg. So suchte sich Craftsforce für die weitere Entwicklung mit der innoWerft Walldorf einen Betreuungspaten für Start-ups und beantragte die Förderung über das Start-up BW Pre-Seed-Programm. Im Frühjahr kam dann die Zusage der L-Bank und eines ersten Investors über 200 000 Euro. „Aufgrund von Corona hat sich die Auszahlung dann etwas verzögert, aber jetzt können wir endlich richtig durchstarten“, freut sich Jérôme Klausmann.

Um das Tool so weiter zu entwickeln, dass es das anfangs angesprochene Problem bestmöglich löst und die Fensterbaubetriebe bereit sind dafür eine monatliche Servicepauschale zu bezahlen, testet Craftsforce es aktuell bereits in kleinem Rahmen bei Firmen. Gleichzeitig sollen der Vertrieb und ein nachhaltiger Kundenstamm aufgebaut sowie das Unternehmen auf weiteres Wachstum vorbereitet werden. „Dazu haben wir schon einen Medien-und-Informationswesen-Studenten der Hochschule Offenburg als Werkstudenten eingestellt und suchen noch weitere Unterstützung“, sagt Jérôme Klausmann. Und weil er der Hochschule noch mehr zurückgeben möchte, bietet er anderen gründungswilligen Studierenden oder aktuellen MR.SPoC-Stipendiaten seinen Rat an.

„Ich freue mich sehr über diesen Erfolg von Jérôme Klausmann. Er zeigt uns, dass wir mit dem aus dem Landesprogramm FESt-BW finanziertem Stipendien-Programm MR.SPoC (Mehrstufige Rekrutierung von Stipendien mit Proof of Concept) richtig liegen und dass das Thema Gründung aus dem Studium sich gut an der Hochschule etabliert hat“, sagt Wolf Blochowitz, der Leiter des Gründerbüros der Hochschule Offenburg.

Weitere Informationen gibt es unter www.craftsforce.com.