Vertrag unterzeichnet: weiterer Schritt zum BildungsCampus in Gengenbach

v. l. Dr. Michael Borrmann, Bürgermeister Thorsten Erny, Prof. Dr. Winfried Lieber

„Dank der großen Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten konnten wir uns
auf einen für alle Seiten akzeptablen Mietvertrag einigen, zeigte sich
Bürgermeister Erny sowie Prof. Lieber erleichtert. Gibt es doch bei
diesem Großprojekt eine besondere Konstellation: Die Stadt Gengenbach
tritt als Investor für Hochschulräume für das Land Baden-Württemberg, in
diesem Fall für die Hochschule Offenburg, Campus Gengenbach, auf.

 
Diese Überlegungen wurden kurz nach Amtsantritt des Bürgermeisters
Thorsten Erny angestellt, der am 1. Mai 2011 seine Stelle als
Bürgermeister antrat. Kurz zuvor waren Verhandlungen mit einem
Privatinvestor gescheitert und der Bürgermeister sah sich mit der schier
unlösbaren Bitte der Hochschule konfrontiert, für den starken Ausbau der
wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge kurzfristig über 2000 m²
Fläche in der Stadt Gengenbach zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der
Altstadt und den gegebenen Strukturen waren im vorhandenen
Gebäudebestand in der Stadt keine Alternativen vorhanden.

 
„Ohne schnelle zukunftsorientierte Perspektiven für die Hochschule
hätte wohl mittelfristig der Abbau der wirtschaftswissenschaftlichen
Fakultät gedroht, meinte der Bürgermeister rückblickend. Was das für die
gerade von der endgültigen Schließung der Hukla-Werke mit zuletzt 300
Mitarbeitern konfrontierte Stadt bedeutet hätte, wagt sich der
Bürgermeister gar nicht vorzustellen. Erny nutzte das Scheitern des
geplanten Projekts als neue Chance für die Stadt. Da bereits Planungen
für Umbau- und Anbauarbeiten neuer Schulräume für Gymnasium und
Realschule für die kommenden Haushaltsjahre vorgesehen waren, sah der
Bürgermeister große Synergiepotenziale darin, beide Projekte von
Hochschule und von Stadt, in einem neuen Gebäude zu verbinden. 
„Ein Neubau in kompakter Form auf der grünen Wiese nach den neuesten
energetischen Erfordernissen kommt den Steuerzahler in der
Gesamtbetrachtung günstiger als Stückwerk von jedem einzelnen
Bauinteressent, war der Bürgermeister überzeugt. Ein idealer Standort
wurde am Erhard-Schrempp-Schulzentrum gefunden. Der Gemeinderat der
Stadt Gengenbach sah diese Chance genauso und folgte einstimmig den
Vorschlägen der Verwaltung. Das Projekt BildungsCampus Gengenbach war
geboren.


Der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Winfried Lieber, war von Anfang an
in die Überlegungen mit eingebunden und unterstützte dieses Projekt
unweit der vorhandenen Hochschulgebäude. „Der Weg bis zur Unterzeichnung
des Mietvertrags war nicht immer einfach, so Prof. Lieber. „Umso mehr
freue ich mich, dass es uns in einem konstruktiven Dialog gelungen ist,
einmal neue Wege zu gehen.


Das neue Gebäude wird nur wenige Gehminuten vom Kloster entfernt
entstehen. Jede Anmietung in einer anderen Kommune hätte eine deutliche
Beeinträchtigung des Studienbetriebs durch die unumgängliche schlechtere
Betreuung der Studierenden zur Folge gehabt. Nun bleiben die bisher
genutzten Synergien im Vorlesungsangebot am Campus Gengenbach erhalten,
was letztlich auch die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit der Lösung belegt.
Bisher sind rund 1000 Studierende in der herrlichen Benediktinerabtei
untergebracht. Bis zum Bezug des neuen Gebäudes wird die Zahl auf etwa
1200 ansteigen. Bereits im Sommer 2011 beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung eine Mehrfachbeauftragung für den kommenden BildungsCampus zu organisieren. Wichtig war dem Bürgermeister, frühzeitig alle Beteiligten von
Hochschule und allen Schulen mit einzubinden. Das für die Mehrfachbeauftragung zusammen gekommene Preisgericht beauftragte schließlich im vergangenen Oktober das Karlsruher Architekturbüro Falk+Kremer mit den weiteren Planungen. 

Nach Vorstellung der Ergebnisse in der Bürgerschaft laufen die
Fachplanungen auf Hochtouren. Trotz der engen zeitlichen Restriktionen
liegen die Planungen im vorgesehenen Zeitrahmen. Die europaweiten
Ausschreibungsverfahren sind im Gange. Der Zeitplan des Bürgermeisters
sieht vor, dass bereits im Herbst mit dem Bau des zirka 50x50 m großen
Gebäudes begonnen werden soll. Die Fertigstellung ist für Herbst 2013
geplant. Dieses ehrgeizige Ziel wollen Rektor Prof. Lieber und
Bürgermeister Erny einhalten. Davon können schließlich nur alle
Schüler und Studenten profitieren. 


Profitieren könnten künftig auch die Schülerinnen und Schüler durch die
Anwesenheit der Hochschule auf dem Schulgelände. Durch die zahlreichen
Treffen zwischen Professoren und Schulleitern bei den internen
Abstimmungsgesprächen kann man sich auch eine intensivere Kooperation
zwischen Schulen und Hochschule vorstellen. Dies wäre neben dem
zukunftsweisenden Raumkonzept und der besonderen Investorenkonstellation
ein weiterer Baustein in der engen Zusammenarbeit zwischen Stadt und
Hochschule.


Bürgermeister Erny und Prof. Lieber sind sich einig: „Mit dem
Bildungscampus wird ein beispielgebendes Vorzeigemodell im Land
geschaffen, aus dem alle Nutzen ziehen werden: die Stadt Gengenbach, die
Hochschule und die Region.