Klimawandel in der Hochschulfinanzierung

Von: jd
Rektor Prof. Dr. Winfried Lieber und der Kuratoriums-Vorsitzende Dr. Wolfgang Bruder begrüßten den neuen Geschäftsführer Prof. Dr. Jörg Ettrich und verabschiedeten dessen Vorgänger Prof. Dr. Lothar Schüssele sowie das scheidende Kuratoriumsmitglied Georg Erdrich (von links).

Der zentrale Diskussionspunkt in der jüngsten Kuratoriumssitzung waren die derzeitigen Verhandlungen zur Hochschulfinanzierung. Das Gremium stellte sich hinter die Forderungen der Rektorenkonferenz. Mit dem neuen Hochschulfinanzierungsvertrag müssten nicht nur Defizite ausgeglichen und Ausbauprogramme verstetigt werden, sondern es müsse auch in die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen investiert werden. Es könne nicht sein, dass die Hochschulen, die durch den Ausbau von Studierendenkapazitäten ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachgekommen sind, nun benachteiligt würden. An der Hochschule Offenburg seien davon 45 Prozent der Studienanfängerplätze betroffen. Im Vergleich zur Finanzierung vor dem Ausbau fehlten den Hochschulen jährlich 1000 Euro pro Studierendem. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Hochschulen für die großen gesellschaftspolitischen Herausforderungen wie die Digitalisierung, den Klimawandel, den Fachkräftemangel und die demographische Entwicklung ausreichend finanziert seien. Weiter dürften den Hochschulen durch die Verstetigung, also die Übertragung der Programmmittel in die Grundfinanzierung, keine finanziellen Nachteile entstehen. Dies gelte insbesondere für die Schaffung von unbefristeten Stellen. Um die angespannte Raumproblematik zu lösen, schloss sich das Kuratorium auch der Forderung an, Erweiterungsgebäude auf der Grundlage aktualisierter Bedarfsbemessungen zu bauen. Hochschulrektor Prof. Dr. Winfried Lieber erklärte: „Ohne Korrektur der Hochschulfinanzierung müssen spätestens 2021 drastische Einsparungen durch die Reduktion von hochschulischen Leistungen erfolgen. Diese würden dann aber zulasten der Innovationsfähigkeit des Landes und ganz besonders der Region gehen. Dass dem starken Aufgabenzuwachs an unserer Hochschule immer mehr befristete Stellenverhältnisse gegenüberstehen, ist für uns alle sehr belastend.“

Neue Mitglieder im Kuratorium sind Jens Herdeg, Leiter der TÜV Süd Industrie Service GmbH Niederlassung Freiburg, und Nicolas Erdrich, Geschäftsführer der Erdrich Umformtechnik GmbH. Jens Herdeg übernahm den Kuratoriumssitz von Otto Stertz, seinem Vorgänger beim TÜV Süd. Nicolas Erdrich folgte seinem Vater Georg Erdrich nach. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Dr. Wolfgang Bruder, begrüßte die beiden „Neuen“ und bedankte sich für deren Engagement in einem für die strategische Weiterentwicklung der Hochschule wichtigen Gremium.

Im Rahmen der Kuratoriumssitzung gab es außerdem einen Wechsel auf der Position des Geschäftsführers. Prof. Dr. Jörg Ettrich von der Fakultät Maschinenbau und Verfahrenstechnik übernahm das Amt von Prof. Dr. Lothar Schüssele von der Fakultät Elektrotechnik, Medizintechnik und Informatik, der vor kurzem in den Ruhestand gegangen war. Schüssele hatte die Aufgabe seit 2013 inne gehabt und das Kuratorium stets als „wertvolle Plattform des Austauschs“ zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik bezeichnet. „Professor Schüssele konnte seine Erfahrungen und sein Wissen aus einer zwölfjährigen Amtszeit im Hochschulrat in das Kuratorium einbringen. Daraus haben wir alle großen Nutzen gezogen“, dankte ihm Rektor Prof. Dr. Winfried Lieber. Schüsseles Kompetenzen bleiben der Hochschule dank der Übernahme der ersten Seniorprofessur auch in Zukunft erhalten.

Anschließend stellten die Professoren Christian Klöffer und Patrick König sowie Thomas Seifert dem Kuratorium aktuelle und geplante Aktivitäten mit hoher wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Relevanz vor. Die Professoren Klöffer und König präsentierten das geplante Prüf- und Forschungszentrum für das Zusammenspiel der Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs am RIZ sowie das Studierendenprojekt „Black Forest Formula“ (Aufbau eines elektrisch betriebenen Rennwagens). Professor Seifert zeigte, wie durch den Einsatz fortschrittlicher Simulationsmethoden bei der virtuellen Produktentwicklung ein detaillierter Einblick in die Produkte ermöglicht wird.

Info

Das Kuratorium widmet sich seit seiner Gründung 1990 der Aufgabe, die Hochschule in ihrer Entwicklung beratend zu begleiten und gleichzeitig den ständigen Dialog zwischen Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft sicherzustellen. Die hochkarätige Besetzung des Kuratoriums mit 46 externen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, und Gesellschaft sowie zwölf hochschulinternen Personen ist die Grundlage für eine vielseitige Einbindung der Hochschule in die Region.

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