Spatenstich und Übergabe

Von: pk
v.l. Dr. Bülent Tarkan, Liza Heilmeyer-Birk, Bernd Finger, Karl-Heinz Bühler, Staatssekretärin Gisela Splett, Prof. Dr. Winfried Lieber, Dr. Ulrich Kleine, Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, Johannes Fechner MdB, Robin Grey. Foto: Hochschule Offenburg

Ein Termin, zwei feierliche Zeremonien: Zuerst wurde am Donnerstagvormittag auf dem Campus der Hochschule Offenburg der erst jüngst fertig gestellte Neubau des Peter-Osypka-Instituts seiner Bestimmung übergeben. Dann folgte der Spatenstich für den Neubau des Regionalen Innovationszentrums für Energietechnik.

 „Die Einweihung des Peter-Osypka-Institutsgebäudes und der Spatenstich für das Regionale Innovationszentrum sind weithin sichtbare Weichenstellungen für unsere räumliche Infrastruktur“, sagte Hochschulrektor Winfried Lieber vor den zahlreichen geladenen Gästen. Man schaffe nicht nur den „Sprung“ über den Südring sowie die Erweiterung vor Ort, sondern darüber hinaus auch einen sichtbaren „Mehrwert für eine qualitätsgeleitete starke Hochschule jenseits einer Mindestversorgung an Räumlichkeiten.“ Beide Maßnahmen bezeichnete Lieber als „innovative Keimzellen, die den Wirkungsbedingungen unserer Hochschule ganz wesentliche Impulse für die Intensivierung des Wissenstransfers, insbesondere in die Region geben.“

Das 2011 gegründete „Peter Osypka Institute for Pacing and Ablation“, das im wichtigen Bereich der Kardiologie forscht und entwickelt, habe sich zu einem internationalen Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der Medizintechnik entwickelt, betonte der leitende Baudirektor Karl-Heinz Bühler von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Freiburg, in seiner Rede: „Durch den Neubau haben sich die räumlichen Bedingungen des Instituts wesentlich verbessert.“ Das Land Baden Württemberg steuerte 0,14 Millionen Euro zu den Gesamtkosten des Neubaus hinzu, den Löwenanteil von zwei Millionen Euro spendete Professor Dr. Peter Osypka, Präsident/CEO sowie Gründer und Inhaber der Dr. Osypka GmbH, Medizintechnik aus Rheinfelden-Herten. Er gründete zudem die Peter-Osypka-Stiftung und machte sich vielfältig um die Förderung von Lehre und Forschung an der Hochschule Offenburg verdient. Seit 2009 ist Osypka daher Honorarprofessor und Ehrensenator der Hochschule Offenburg, in seiner Rede betonte er, wie wichtig die Forschung im Bereich „Pacing und Ablation“ sei: 1986 entwickelte er die Hochfrequenzablation zur Behandlung kardialer Rhythmusstörungen und revolutionierte damit den klinisch-invasiven Arbeitsbereich in der Elektrophysiologie. Insgesamt erhielt er über 300 Patente. Weltweit über 680.000 Menschen sind bereits mit der von Osypka entwickelten Technik behandelt worden und verdanken dem Kathetereingriff ein Leben ohne Vorhofflimmern. Er wünsche  dem Institut „Wachsen, Blühen und Gedeihen“, so der großzügige Spender.

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett dankte Professor Osypka im Namen des Landes Baden-Württemberg für dessen Millionenspende für den Bau des nach ihm benannten Forschungsinstituts.  „Industrie und Öffentlichkeit schätzen die Arbeit des POI sehr. Es bietet zahlreiche Lehr- und Weiterbildungsveranstaltungen an, die neben der Theorie vor allem die praktische Handhabung der verschiedenen Verfahren in den Vordergrund stellen“, sagte Splett. 

„Mit dem Peter-Osypka-Institut (POI) verfügt die Hochschule Offenburg nun über beste Voraussetzungen, sich als Hochschulstandort im Bereich der angewandten medizintechnischen Forschung über die Landesgrenzen hinaus weiter profilieren zu können.“

"Wir freuen uns als Stadt, dass wir das positive Wachstum der Hochschule begleiten dürfen“, sagte Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner. Das gilt natürlich auch für das Regionale Innovationszentrum (RIZ) der Hochschule Offenburg. Die Stadt Offenburg stellte hierzu das kommunale Baugrundstück nördlich des Campusareals für die weitere Entwicklung der Hoch­schule unentgeltlich zur Verfügung. So rücke die Hochschule auch baulich näher an die Innenstadt heran.

„Ein solches Geschenk ist keine Selbstverständlichkeit“, bedankte sich Rektor Lieber: „Sicherlich war diese Entscheidung auch ein gewichtiges Argument gegenüber den Gutachtern, das Projekt zur Förderung zu empfehlen.“

Ein wichtiges Ziel des RIZ sei es, so Lieber, „der Region eine leistungsfähige Forschungs- und Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und so dem Wissens- und Technologietransfer am Oberrhein wichtige neue Impulse in Schlüsseltechnologien zu geben.“

„Mit dem Regionalen Innovationszentrum wird zukünftig eine neuartige Forschungsplattform für alle Bereiche der Energieanwendung entstehen. Kurz ein Leuchtturmprojekt am südlichen Oberrhein“, sagte Baudirektor Karl-Heinz Bühler – Vermögen und Bau Baden-Württemberg hat auch beim Neubau des RIZ die Projektleitung inne.

Die Finanzierung des RIZ erfolgt aus drei Töpfen. So war die Hochschule beim RegioWIN-Wettbewerb 2015 mit ihrer Bewerbung für ein Regionales Innovationszentrum für Energietechnik so überzeugend, dass sie für das Projekt auch EU-Mittel einwerben konnte. Das Leuchtturmprojekt kostet insgesamt zehn Millionen Euro. Fünf Millionen Euro davon stammen aus dem Europäischen Fonds zur regionalen Entwicklung (EFRE) sowie zwei Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg. Die Hochschule Offenburg musste sich zur Finanzierung der restlichen drei Millionen Euro verpflichten.

„Ich danke den Erststiftern der RIZ-Stiftung für ihr Engagement“, betonte Rektor Lieber: „Ohne Ihre Mithilfe wäre die Kofinanzierung von insgesamt drei Millionen Euro von der Hochschule allein nicht zu stemmen gewesen. Es geht aber dabei weit mehr als nur um einen guten Zweck, denn gemeinsam wollen wir mit Ihnen dann auch den Forschungsbetrieb mit gestalten.“

Das geplante neue Forschungsgebäude soll im Herbst 2019 die vielfältigen Forschungsaktivitäten rund um Ressourcen- und Energieeffizienz zusammenführen. Es wird ein 900 qm großes Technikum (zuzüglich Außenlaborflächen) und über 40 innovative Arbeitsplätze umfassen.

Vor dem Baustart des "Regionalen Innovationszentrums für Energietechnik" wurde die RIZ-Energie-Stiftung ins Leben gerufen, die den Aufbau und Betrieb berät und begleitet. Etwa die Hälfte der von der Hochschule aufzubringenden drei Millionen Euro an Baukosten kann von der Stiftung getragen werden.

Zum Stifterkreis gehören:

AUMA Riester GmbH & Co. KG
badenova AG & Co. KG
Badische Stahlwerke GmbH
BCT Technology AG
Energie Consulting GmbH
E-Werk-Mittelbaden AG & Co. KG
Herrenknecht AG
Klimapartner Oberrhein e. V.
MEIKO Maschinenbau GmbH & Co. KG
Peter Huber Kältemaschinenbau GmbH
Stadt Offenburg

 

 

 

 

 

 

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