8. Workshop „Industry on Campus“: Wie regionale Industrie auf globale Unsicherheiten reagiert
Hornberg, 14. April 2026 – Wie können Industrieunternehmen in Zeiten globaler Unsicherheit ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 8. Workshops des Projekts „Industry on Campus“ (IoC), zu dem sich Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie und Hochschule im Hotel Schloss Hornberg trafen. Leitmotiv der kommenden Projektphase (2027–2032) ist dabei klar formuliert:
„Globaler Unsicherheit mit lokaler Stärke begegnen.“
Im Fokus steht die gezielte Stärkung der regionalen Industrie durch engere Kooperationen zwischen Unternehmen untereinander sowie mit der Hochschule. Fachlich eingeordnet wurden die Zukunftsthemen unter anderem von Prof. Alfred Isele, Prof. Dr. Marco Schneider und Prof. Dr. Günther Waibel, die zentrale Handlungsfelder für die kommenden Jahre skizzierten.
In den Fachbeiträgen wurde deutlich, dass insbesondere die intelligente Nutzung von Daten, Automatisierung und standardisierte Prozesse entscheidende Hebel für die Zukunftsfähigkeit sind. Automatisierte CAD/CAM-Prozesse ermöglichen Produktivitätsgewinne, entlasten Fachkräfte von Routinetätigkeiten und reduzieren gleichzeitig Fehlerquellen.
Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz gewinnt zunehmend an Bedeutung: Durch die gezielte Auswertung großer Datenmengen können Fertigungsprozesse optimiert, Kosten gesenkt und fundiertere Entscheidungen getroffen werden. Ergänzend zeigten Beispiele wie innovative Schwingförderer, dass selbst in etablierten Bereichen durch technologische Weiterentwicklungen neue Effizienzpotenziale erschlossen werden können. Eine begleitende Umfrage bestätigte diese Schwerpunkte: Besonders hoch ist das Interesse der Unternehmen an KI- Anwendungen sowie an Lösungen zur Effizienzsteigerung, Nachhaltigkeit und zum Technologietransfer.
Schondelmaier GmbH Presswerk: Breite Fertigungskompetenz und hohe Technologietiefe
Ein besonderer Höhepunkt des Workshops war der Einblick in die Produktion des Gastgebers Schondelmaier. Zu Beginn des Workshops stellte Oliver Oehler, Entwicklungsleiter bei Schondelmaier, das Unternehmen umfassend vor und gab einen fundierten Überblick über Technologien, Fertigungstiefe und strategische Ausrichtung. Beim anschließenden Rundgang durch das Presswerk, der in mehreren Gruppen erfolgte, wurde deutlich, dass die Stärke des Unternehmens nicht nur in der Kaltmassivumformung selbst liegt, sondern zudem in der außergewöhnlichen Breite und Tiefe der Fertigung. Neben der Umformtechnik beeindruckte vor allem die hochentwickelte Weiterverarbeitung – etwa in den Bereichen Drehen und Fräsen, auch bei anspruchsvollen Materialien wie Aluminium. Diese Kombination aus Kernprozess und technologisch anspruchsvollen Veredelungsprozessen ermöglicht eine durchgängige, qualitativ hochwertige Fertigung aus einer Hand.
Gleichzeitig wurde sichtbar, welches Potenzial in der Kaltmassivumformung im Hinblick auf Energie- und Ressourceneffizienz steckt: Im Vergleich zu rein zerspanenden Verfahren lassen sich Materialeinsatz und Energieverbrauch deutlich reduzieren. Dadurch entstehen nicht nur Kostenvorteile, sondern auch nachhaltigere Produktionsprozesse – ein Aspekt, der vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an CO₂-Reduktion und Ressourcenschonung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der hohe Grad an Technologisierung und Prozessintegration zeigte eindrucksvoll, wie moderne Industrieproduktion heute aussehen kann: effizient, präzise und zugleich ressourcenschonend.
Der nächste Workshop ist bereits geplant: Am 10. November 2026 wird die Firma Hobart Gastgeber des 9. Treffens sein.