Team Magma reist als (Mit-)Favorit zum RoboCup  

Nach überzeugenden Leistungen in der Vorbereitung geht es am Sonntag, 28. Juli, ins südkoreanische Incheon.

25.06.2026 · Pressemitteilung – Magma · Editorial Office: jd

Drei Männer und eine Fraue stehen nebeneinander, die Frau hält einen kleinen Robotor in den Händen
Vier der sechs mitreisenden Teammitglieder (von links) Sascha Schrempp, Klaus Dorer, Madhurshalini Mahalingam und Hannes Braun mit einem der Nao-Roboter, die früher simuliert wurden, es fehlen Mike Benz und Simon Rösch.

Während bei der Fußball-WM der Männer in Mexiko, Kanada und den USA schon Halbzeit ist, macht sich das Team Magma der Hochschule Offenburg erst auf den Weg zu seiner Titel-Mission: Der RoboCup, die Weltmeisterschaft der fußballspielenden Roboter, findet diesmal vom 30. Juni bis 6. Juli in Südkorea statt. Und so reisen Teamleiter Prof. Klaus Dorer, die Communication and Media Engineering-Studentin Madhurshalini Mahalingam, die Angewandte Künstliche Intelligenz-Studenten Mike Benz und Sascha Schrempp, Doktorand Hannes Braun sowie Mitarbeiter Simon Rösch am Sonntag, 28. Juni, in die drittgrößte Metropole des asiatischen Lands, die Hafen- und Industriestadt Incheon an der Nordwestküste. Im Gepäck dank überzeugender Leistungen in der Vorbereitung die Favoritenrolle in der 3D-Simulationsliga, aber auch Respekt vor zahlreichen Veränderungen und den aus diesem Grund noch unbekannten Fähigkeiten der chinesischen Teams.

Erstmals kommt beim RoboCup nämlich der neue Mujoco-Simulator zum Einsatz: Dieser ist physikalisch deutlich realistischer und zeigt nun die humanoiden T1 Roboter von Booster anstelle von Nao-Robotern. „Darum mussten wir alles neu lernen: laufen, kicken, aufstehen“, betont Klaus Dorer. Allerdings wurde der Mujoco-Simulator von Stefan Glaser, einem Mitarbeitenden der Hochschule Offenburg und Magma-Mitglied entwickelt. „Daher konnten wir bei Problemen im Training schnell mal bei ihm nachfragen. Außerdem benutzt das Team Sweaty schon seit einiger Zeit reale T1 Roboter, dessen Fähigkeiten zu Laufen wir direkt übernehmen konnten“, fährt der Teamleiter fort. Beides hat sich bei den Vorbereitungsturnieren bereits ausgezahlt: Im Herbst 2025 gewann das Team Magma ein Demo-Turnier bei den Brazil Open. Und bei der Robotica 2026 im portugiesischen Barcelos standen am Ende insgesamt elf Siege mit 40:0 Toren auf dem Tableau. Im Finale gewannen die simulierten Fußballroboter von Magma sogar deutlich mit 4:0 gegen den amtierenden Weltmeister FC Portugal. „Da waren die chinesischen Teams allerdings noch nicht dabei“, versucht Klaus Dorer die Erwartungen etwas zu dämpfen. Da viele von diesen ebenfalls auf Erfahrungen mit humanoiden Robotern zurückgreifen könnten, bleibe abzuwarten wie deren Fähigkeiten mit der neuen Simulation sind. „Aber wir haben bei der Robotica auch noch nicht alles gezeigt“, ist der Teamleiter dennoch optimistisch.

Und so heißt es Daumen drücken, dass das Team Magma nach acht Vize-Weltmeistertiteln in Folge diesmal den Pokal holt. Gespielt wird in Echtzeit – aktuell allerdings noch Sieben gegen Sieben auf dem entsprechenden Fifa-Feld und nicht wie zuvor Elf gegen Elf. Berührungen mehrerer Roboter sind nun möglich, ohne dass einer vom Platz muss. Und der Torwart kann den Ball momentan nicht fangen, sondern nur wegkicken wie ein Feldspieler.

Alle Interessierten können den Verlauf des diesjährigen RoboCups genau wie die beiden von Offenburg aus mitfiebernden Teammitglieder Simon Palewicz und Adrian Schade in den täglichen Meldungen auf der Webseite von Team Magma und unter den in diesen veröffentlichten Links zur Live-Übertragung verfolgen.

Info RoboCup

Der RoboCup ist einer der größten Wettbewerbe für autonome Roboter der Welt. Als ein bedeutendes Technologieereignis im Bereich der Forschung und Lehre findet er seit 1997 jährlich an unterschiedlichen Austragungsorten statt. An dem mehrtägigen Turnier mit Konferenz und Veröffentlichungen nehmen mehr als 2000 Teilnehmende aus aller Welt teil. Der Wettbewerb wird in verschiedenen Klassen ausgetragen: RoboCupJunior, RoboCupIndustrial, RoboCup@Home, RoboCupRescue und RoboCupSoccer. Einzig in der Klasse RoboCupSoccer vergleichen sich Maschinen, die wie der Mensch auf zwei Beinen stehen. Als Vision steht im Raum, dass die Roboter bis 2050 weit genug entwickelt wurden, um gegen die amtierenden Fußballweltmeister antreten und diese auch besiegen können.