Hochschule Offenburg feiert das Grundgesetz

Von Montag bis Freitag, 18. bis 22. Mai 2026, veranstaltet die Hochschule Offenburg eine Aktionswoche und lädt alle Interessierten dazu ein.

18.05.2026 · Pressemitteilung · Redaktion: jd

Schwarzweiß-Foto von 1949 zeigt vier Frauen, die zusammensitzen und -stehen und über Papiere sprechen, die zwei Frauen in den Händen halten
Die vier weiblichen Mitglieder des Parlamentarischen Rats (von links) Helene Wessel, Helene Weber, Frieda Nadig und Elisabeth Selbert gelten als die Mütter des Grundgesetzes. © Bestand Erna Wagner-Hehmke, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Am 23. Mai 2026 wird das Grundgesetz 77. Jahre alt. Die Verfassung sichert die freiheitliche demokratische Grundordnung und regelt die Grundrechte, die für eine Demokratie essenziell sind. Weil eine Demokratie aber vor allem von Menschen lebt, die sich an ihr beteiligen und für sie engagieren, hat Bundespräsident Frank Walter Steinmeier für die Wochen um den 23. Mai 2026 zum ersten deutschlandweiten Aktionszeitraum aufgerufen. Die Hochschule Offenburg beteiligt sich daran und lädt alle Bürgerinnen und Bürger von Montag, 18. Mai, bis Freitag, 22. Mai, zu verschiedenen Angeboten ein.

Im Anschluss an die offizielle Eröffnung durch Rektor Prof. Dr. Stephan Trahasch am Montag, 18. Mai, um 11 Uhr im Foyer des D-Gebäudes hält Marion Hermann-Malecha dort einen Vortrag über die „Frauen in der Revolution“. Die Offenburger Museumspädagogin, die seit 30 Jahren im Ritterhausmuseum, im Salmen und als Stadtführerin tätig ist, beleuchtet die weiblichen Einflüsse auf die Verkündung der „13 Forderungen des Volkes“. Der erste Grundrechtekatalog in deutscher Sprache wurde 1847 durch die „Ent­schiedenen Freunde der Verfassung“ im Offenburger Salmen formuliert. Denn auch wenn Politik Mitte des 19. Jahrhunderts Männersache war und bei den „13 Forderungen des Volkes“ die Rechte der Frauen fehlen, prägten mehr Frauen, als gemeinhin gedacht die demokratische Entwicklung während der Revolution. Über die Art und Weise und darüber welche Frauen das waren, spricht Marion Hermann-Malecha in ihrem Vortrag. Dieser wird am Donnerstag, 21. Mai, ab 12:30 Uhr, noch einmal im Foyer des D-Gebäudes angeboten.  

Während der gesamten Woche vom 18. bis 22. Mai ist im Foyer des D-Gebäudes die Leihausstellung „Der Weg zum Grundgesetz“ des Bonner Hauses der Geschichte zu sehen. Im Sommer 1948 hatte die renommierte Fotografin Erna Wagner-Hehmke den Auftrag erhalten, die Arbeit des Parlamentarischen Rats zu dokumentieren. Ihre inzwischen historischen Aufnahmen zeigen nicht nur die wichtigen Meilensteine der schwierigen Verhandlungen über das Grundgesetz, sondern auch den Alltag der verfassungsrechtlichen Arbeit bis hin zu informellen Runden in Cafés und Biergärten am Rhein. In rund 4000 im Reportagestil der 1920er-Jahre aufgenommenen Fotografien hat Wagner-Hehmke mit großer Nähe die beteiligten Menschen, die Atmosphäre und den historischen Prozess eingefangen. Ihre Arbeit bietet somit einen umfassenden und lebendigen Einblick in die Entstehung der Demokratie in West-Deutschland. Ein Teil dieser Fotografien, die zum Sammlungsbestand der Stiftung Haus der Geschichte gehören, wurde zu der Leih-Ausstellung zusammengestellt, die in der Hochschule Offenburg, Badstraße 24, im Foyer des D-Gebäudes kostenfrei zu sehen ist. Die Öffnungszeiten sind Montag 11-20 Uhr, Dienstag und Mittwoch 7-20 Uhr, Donnerstag 7-13:30 Uhr und Freitag 7-20 Uhr.