BECOMING RIVER  lädt zu Podiumsdiskussion und Ausstellung ein  

Dokumentarisch-künstlerisches Forschungsprojekt der Hochschule Offenburg zur Murg ist am 10. Juni in Karlsruhe und vom 12. bis 14. Juni in Gernsbach.

10.06.2026 · Pressemitteilung · Redaktion: df/jd

Schwarzweißfoto zeigt einen in eine Plastikfolie eingehüllten Menschen mit einem Koffer am Ufer eines Flusses.
Performance STAU/FALL an der Schwarzenbach Talsperre. © Simon Schwab – Labor für Medienökolgie Hochschule Offenburg

Vom 10. bis 14. Juni 2026 präsentieren Forschende, Künstler*innen und Studierende der Hochschule Offenburg unter Leitung von Prof. Daniel Fetzner das dokumentarisch-künstlerische Forschungsprojekt BECOMING RIVER – Fluss werden. Am 10. Juni steht im ZKM Karlsruhe ab 18 Uhr ein Podiumsgespräch „Kunst und Wissenschaft“ auf dem Programm. Dabei geht es um die Sonifizierung historischer Klimadaten sowie die 8-Kanal-Videoinstallation HYDROSPHÄRE MURG. Vom 12. bis 14. Juni wird in der Stadthalle Gernsbach eine partizipative Ausstellung mit Gesprächen, Performances, Filmprojektionen, Buchvorstellungen und Konzerten veranstaltet. Eröffnung ist am 12. Juni um 19 Uhr. Themen sind unter anderem „Fluten und Stauen im Murgtal“, „Verdrängung und Aufwirbelungen“ sowie Fragen klimatischer und gesellschaftlicher Resilienz. Die Ausstellung umfasst filmische Arbeiten des Regisseurs Adrian Schwartz, Medieninstallationen zu Baustellen, Staumauern und Wasserlandschaften sowie eine 360°-Soundinstallation von Ephraim Wegner, die über eine Datensonde direkt mit der Murg verbunden ist. Besucher*innen sind eingeladen, persönliche Erinnerungsstücke und Gegenstände mitzubringen, die sie mit dem Fluss verbinden.  

Das Projekt BECOMING RIVER – Fluss werden untersucht die Murg als ökologischen, sozialen und kulturellen Resonanzraum. Über einen Zeitraum von drei Jahren begleiteten die Beteiligten im Rahmen des EU-Forschungsprojekts Climability Care Menschen entlang des Flusslaufs und befassten sich mit den Veränderungen äußerer und innerer „Pegelstände“ – zwischen Klimawandel, Strukturwandel und gesellschaftlichen Spannungen.  

Ausgangspunkt der Recherche war eine Sonde aus Treibholz, die entlang der Murg an unterschiedlichen Orten strandete und Begegnungen mit Bewohner*innen, Jugendlichen, Pflegebedürftigen, Tourist*innen und anderen lokalen Akteur*innen ermöglichte. Die dabei entstandenen filmischen, akustischen und installativen Arbeiten verdichten sich in der Ausstellung zu einer Reflexion über Fluten, Stauen, Verdrängen und gesellschaftliche Transformationsprozesse.  

Im Zentrum stehen Fragen nach Verletzlichkeit, Resilienz und gesellschaftlichem Zusammenhalt angesichts ökologischer und ökonomischer Krisen. Dabei verbindet das Projekt lokale Geschichte mit aktuellen Debatten um Klima, Infrastruktur und politische Verwerfungen im Murgtal. Auch die historische Rolle Gernsbachs während der NS-Zeit sowie gegenwärtige Konflikte um kommunale Zukunftsfragen werden thematisiert.  

Federführend bei BECOMING RIVER – Fluss werden ist das Labor für Medienökologie der Hochschule Offenburg. Beteiligt sind unter anderem der Geograph Prof. Dr. Rüdiger Glaser von der Universität Freiburg, die Soziologin Prof. Dr. Florence Rudolf von der INSA Strasbourg, der Psychosomatiker und Philosoph Dr. Martin Dornberg von der Universität Freiburg, der künstlerische Forscher Bastian Schleier von der RWTH Aachen und viele andere.

Programmüberblick

10. Juni 2026 um 18 Uhr, ZKM Karlsruhe Vortragssaal
Podiumsgespräch „Kunst und Wissenschaft“, Konzert “Klimadämmerung 1750-2025” sowie 8-Kanal-Videoinstallation HYDROSPHÄRE MURG.

12. Juni 2026 um 19 Uhr, Stadthalle Gernsbach
Eröffnung der Ausstellung mit Gesprächen, Performances, Filmprojektionen, Buchvorstellungen und Konzerten. Themen sind unter anderem „Fluten und Stauen im Murgtal“, „Verdrängung und Aufwirbelungen“ sowie Fragen klimatischer und gesellschaftlicher Resilienz.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Samstag und Sonntag 10-22 Uhr

Weitere Informationen: becomingriver.com
Projektzeitung unter deglobalize.com/paper/river.pdf