Ein analoges Erbe und sein digitales Echo

Ausstellung von Hochschule und Städtischer Galerie Offenburg in den Räumen des Kunstvereins vereint vom 26. Juli bis 21. August „Bilder der Ortenau“ von Hermann Sprauer und Arbeiten von Studierenden.

20.07.2026 · Pressemitteilung · Redaktion: jd

Die Farblithografie eine Landschaft
Hermann Sprauers Blick auf das Albersbacher Mättle.

Genau 30 Jahre nach dem Tod des Offenburger Künstlers Hermann Sprauer ermöglicht eine Kooperation von Städtischer Galerie und Fakultät Medien der Hochschule Offenburg eine ganz neue Begegnung mit dessen Bildern der Ortenau. Vom 26. Juli bis 21. August sind Sprauers Originalwerke aus dem Stadtarchiv, begleitet von Arbeiten von Studierenden in den Räumen des Kunstvereins auf dem Kulturforum zu sehen.

Im Mittelpunkt stehen rund ein Dutzend Werke von Hermann Sprauer, die den örtlichen Themenbereichen Offenburg, Zell-Weierbach, Durbach, Rheinebene, Schwarzwald sowie Barock/Romantik zugeordnet werden. Der 1905 in Offenburg geborene Künstler hatte ab den 1970er-Jahren eine Fülle außergewöhnlicher Farblinolschnitten mit Landschaften der Ortenau erschaffen und darin den damals angesagten Heimatbegriff interpretiert. Seine nur in kleiner Auflage herausgegebenen Drucke bestechen durch eine bewusste Reduktion, eine Kunst des Weglassens, eine Abstraktion der Realität und einen meisterhaften Umgang mit der Farbe. Sie sind heute begehrte Sammlerstücke. Die Hauptblätter sind 1990 zudem in dem Buch „Bilder der Ortenau“ erschienen, das die Stadt Offenburg als "Veröffentlichungen des Stadtarchivs Offenburg (Band 6)“ herausgegeben hat. Die Studierenden der Fakultät Medien der Hochschule Offenburg begegnen diesen Werken nun neu, nicht als Ersatz, sondern als Weiterklang in der Gegenwart. Sie setzen die Bilder in einen neuen Kontext und transferieren sie in die digitale Welt. Dabei nutzen sie die ganze Angebotspalette der Fakultät Medien: Es gibt Videos, Audio-Installationen, Fotografien, 2D- und 3D-Animationen, Virtual Reality, 3D-Druck, aber auch analoge Arbeiten. Die Studierenden zerlegen Sprauers Bilder in ihre Farbebenen und zeigen durch diese Dekonstruktion die Vielschichtigkeit der Anatomie, des Aufbaus der Kunstwerke. An anderer Stelle lösen sie die Motive aus ihrer Zweidimensionalität, rekonstruieren sie zu mathematischen Pfaden und machen sie so begehbar. In Gegenwartsfotografien der Originalschauplätze dokumentieren sie die Veränderung. Darüber hinaus haben sie einen Ausstellungskatalog, Flyer, Postkarten, eine Webseite und einen Social-Media-Auftritt für die Ausstellungsbegleitung geschaffen.

Die Vernissage findet am Sonntag, 26. Juli, um 14 Uhr im Rahmen des Familienfests auf dem Platz der Verfassungsfreunde in den Räumen des Kunstvereins statt. Anschließend ist die Ausstellung bis Freitag, 21. August, jeweils mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Über weitere Öffnungszeiten an den Wochenenden und vieles mehr wird in Kürze über die Webseite hermannsprauer.hs-offenburg.de informiert.