Fantastische Reise durch die E-Sport-Geschichte

Fulbright-Stipendiat Matt Knutson verabschiedet sich mit vielen neuen Erfahrungen und Kontakten von der Hochschule Offenburg.

06.07.2026 · Pressemitteilung · Redaktion: jd

Ein Mann steht in einem Hörsaal vor einer Leinwand und hält einen Vortrag vor sitzenden Zuhörenden

Mit konkreten Forschungszielen, aber ansonsten offen für alles war Matt Knutson, Assistant Professor mit Forschungsschwerpunkt E-Sport an der University of North Dakota (UND) im US-amerikanischen Grand Forks, Ende Mai an der Hochschule Offenburg eingetroffen. Sein gut einmonatiges Fulbright-Stipendium als Gastwissenschaftler an deren Medienfakultät bezeichnete er beim Abschied als erfolgreich und als eine „fantastische Erfahrung“.   

Der Prorektor für Internationalisierung Prof. Dr. Tobias Hagen, der Leiter des International Center Dr. Alexander Burdumy und der Dekan des Studiengangs Virtuelle Welten und Game Technologies Prof. Dr. Daniel Görlich hatten dem Gast einen herzlichen Empfang bereitet. Nach einer kurzen Vorstellung der Hochschule Offenburg und der europäischen Hochschulallianz ChallengeEU gab Matt Knutson einen Einblick in sein Forschungsgebiet. Anschließend startete er direkt mit seiner Arbeit. Er beriet die Hochschulverantwortlichen beim Ausbau des Themenbereichs E-Sport und bot Blockkurse für Studierende an. „An der Hochschule Offenburg, einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, wird sehr viel Wert auf Forschung und Projektarbeit gelegt. Das gefällt mir. Hinzu kommt ein tolles familiäres Umfeld. Alle sind wahnsinnig gastfreundlich und auf dem Campus trifft man viele Studierende und Mitarbeitende immer wieder“, stellte der US-Amerikaner fest. Dadurch entstehe eine andere Form der Nähe als an seiner Universität mit rund 16.000 Studierenden. Und so beteiligte sich Knutson auch aktiv am Hochschulleben. Unter anderem organisierte er ein E-Sport-Turnier für Hochschulangehörige und beim Open Campus ein weiteres für alle Besucherinnen und Besucher.

Zudem hielt der Gastwissenschaftler einen öffentlichen, englischsprachigen Vortrag zum Thema „250 Years of Competition in the U.S.”. Darin umriss er die Entwicklung des spielerischen Wettbewerbs vom Freizeitvergnügen indigener Völker über Angebote zur Soldatenfitness und die Entstehung von Baseball oder Basketball bis zu den ersten Videogames und dem heutigen E-Sport. Für manch Zuhörenden gab es dabei eine überraschende Erkenntnis: Eine Wiege des E-Sports stand in Deutschland – die „Atari VCS Bundesliga“ von 1982 war die erste, wenn auch noch inoffizielle E-Sport-Liga der Welt.

Und so nutzte Matt Knutson sein Fulbright-Stipendiat an der Hochschule Offenburg auch, um seine Forschungsarbeit zu deren frühesten Pionieren zu vertiefen. „Dabei werden mich Daniel Görlich und seine Studierenden künftig unterstützen“, kündigte er vor seiner Rückreise an. Es gehe um Interviews mit ehemaligen Teilnehmenden, den Aufbau eines Archivs, die Richtigkeit von Übersetzungen oder das Verständnis der kulturellen Hintergründe. „Ein Memorandum of Understanding wurde aufgesetzt, das den Austausch zwischen den beiden Hochschulen verstetigen wird“, ergänzte Daniel Görlich. Ein kurzer Abstecher zu den Intel Extreme Masters (IEM) in Köln rundete Matt Knutsons Programm ab.   

Fulbright Germany

Die Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission (Fulbright Germany) ermöglicht den akademischen Austausch zwischen den USA und Deutschland. Sie vergibt jährlich bis zu 700 Stipendien für Studien-, Forschungs-, Lehr- und Weiterbildungsaufenthalte in den USA und Deutschland und fördert damit aktiv den transatlantischen Dialog. Der E-Sport-Experte Matt Knutson war nach dem Radiomacher, Sound Designer und Storyteller Jim Metzner 2017 erst der zweite Fulbright Specialist, der über die Austauschorganisation Fulbright Germany an die Hochschule Offenburg gekommen ist. Umgekehrt sind seit dem akademischen Jahr 1987/88 bereits 26 Angehörige der Hochschule Offenburg (22 Studierende, zwei Verantwortliche von Career Service/International Office und zwei Angehörige der Hochschulleitung) über Fulbright Germany in die USA gegangen.