Hochschule Offenburg und Universität Ermland-Masuren feiern 20-jährige erfolgreiche Zusammenarbeit

Circular Bioeconomy Symposium bringt Studierende, Alumni, Lehrende, Forschende sowie Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft zusammen.

15.10.2026 · Pressemitteilung · Redaktion: jd

Gruppenfoto der Symposiumsteilnehmenden auf einer Außentreppe

Zwei Tage lang drehte sich an der Hochschule Offenburg alles um 20 Jahre erfolgreiche deutsch-polnische Zusammenarbeit und nachhaltige technische Lösungen von morgen. Zum Auftakt begrüßten die Rektoren Prof. Dr. Stephan Trahasch (Hochschule Offenburg, HSO) und Prof. Dr. Jerzy A. Przyborowski (Universität Ermland-Masuren, UWM) sowie Dr. Andreas Kiesel vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg die Gäste. Der Leiter des Institute for Circular Bioeconomy der Hochschule Offenburg Dr. Andreas Wilke schilderte anschließend kurz die Entwicklung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit im Hinblick auf gemeinsam organisierte Konferenzen, wissenschaftliche Austausche und kooperative Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Bioökonomie in den vergangenen 20 Jahren.

In den vier folgenden Wissenschaftssessions ging es dann um biokatalytische Wege zu einer nachhaltigen Prozessführung, fortschrittliche Biogas- und Power-to-Gas-Technologien sowie Umweltanalytik und thermische Wandlungskonzepte zur CO2-Vermeidung. Entsprechende Poster-Sessions von Doktorandinnen und Doktoranden, Workshops zur Wissenschaftskommunikation und Laborführungen ergänzten das wissenschaftliche Programm. Ein wesentlicher Aspekt war auch das Treffen von Alumni der gemeinsamen Studiengänge mit aktuellen Studierenden.

Rückblick auf die Anfänge

Bei einem von Kai Wißmann moderierten Festakt im Beisein des Offenburger Oberbürgermeisters Marco Steffens wurde die 20-jährige erfolgreiche Partnerschaft gebührend gefeiert. Dabei erinnerten der ehemalige Rektor Prof. Dr. Winfried Lieber und der ehemalige Dekan des Master-Studiengangs Process Engineering Prof. Torsten Schneider von der HSO, Prof. Dr. Justyna Żulewska, die Dekanin der Fakultät Food Science und Leiterin des Instituts Dairy Science and Quality Management, und Prof. Dr. Agnieszka Cydzik-Kwiatkowska, Leiterin des Instituts Environmental Biotechnology, von der UWM sowie Julia Ritter von der Georg und Maria Dietrich-Stiftung an die Anfänge.

Seit Anfang der 1980er Jahre hatte der Offenburger Speditionsunternehmer Georg Dietrich über die „Weihnachtsbrücke“ Hilfslieferungen nach Olsztyn unterstützt und den interkulturellen Austausch zwischen den Städten – insbesondere jungen Leuten – gefördert. So reisten 1998 auf Einladung der inzwischen gegründete Georg und Maria Dietrich-Stiftung auch Hochschulvertreter aus Offenburg zur UWM nach Olsztyn und die Idee eines gemeinsamen Master-Studiengangs Process Engineering wurde geboren. Bis zu dessen Einrichtung 2006 mussten allerdings noch unterschiedliche Lehrpläne und uneinheitliche Bildungsabschlüsse zusammengebracht, die Frage der Unterbringung der Studierenden geklärt und sprachliche Barrieren überwunden werden. 2018/19 wurde die Zusammenarbeit um den gemeinsamen Master-Studiengang Biotechnologie (MBT) erweitert. In einem Videoeinspieler betonte die ehemalige Leiterin des Instituts Environmental Biotechnology der UWM Prof. Dr. Irena Wojnowska-Baryła welch großes Renommée Universität und Hochschule durch die Zusammenarbeit in Europa gewonnen hätten. Agnieszka Cydzik-Kwiatkowska und Justyna Żulewska ergänzten, dass der Erfolg dem großen Engagement der Lehrenden und Rektorate zu verdanken sei und das gewachsene Vertrauen und die entstandenen persönlichen Beziehungen und Freundschaften eine gute Grundlage für die Zukunft seien 

 Visionen für die Zukunft

Über genau diese Zukunft sprachen Prof. Dr. Tobias Hagen und Prof. Dr. Thomas Eisele, die Prorektoren für Internationalisierung beziehungsweise Forschung und Transfer der HSO, Prof. Dr. Katarzyna Bernat und Prof. Dr. Mariusz Gusiatin, die Studiendekane der Master-Studiengänge Biotechnology und Process Engineering an der UWM, sowie die ehemalige Biotechnology-Masterstudentin Nele Schulte im zweiten Teil des Festakts. Tobias Hagen betonte das gemeinsame Programme immer noch im Trend seien, häufig im Rahmen von europäischen Hochschulallianzen wie ChallengeEU, der sowohl die HSO als auch die UWM angehören. Dabei gehe es um Themen von der Schaffung europäischer Abschlüsse bis zu Angeboten für das lebenslange Lernen in Form von praxisnahen Micro-Credentials. Thomas Eisele erläuterte, dass in Zukunft Themen wie Bioinformatik und Digitalisierung noch stärker gelehrt werden müssten. Und Katarzyna Bernat, Mariusz Gusiatin und Nele Schulte betonten, dass in einer globalisierten Welt, doppelte Abschlüsse und die durch die Arbeit in internationalen Teams verbesserten Kommunikationsfähigkeiten und interkulturellen Kompetenzen immer wichtiger würden.

UWM-Rektor wird Ehrensenator

Zum Abschluss des Festakts, den das Gitarrenduo Anouk Hilger und Charlotte Clauss von der Musikschule Offenburg Ortenau musikalisch umrahmte, wurde UWM-Rektor Jerzy A. Przyborowski zum Ehrensenator der Hochschule Offenburg ernannt. In seiner Laudatio bezeichnete Rektor Stephan Trahasch seinen polnischen Amtskollegen als einen Mann, der Bäume gepflanzt habe, von deren Ernte erst die nächste Generation profitieren werde. Dazu gehöre viel Geduld und Vertrauen in das, was noch nicht sichtbar ist. Genau dies habe der leidenschaftliche Lehrer Przyborowski in die Partnerschaft eingebracht. Inzwischen sei der Baum gut verwurzelt und habe begonnen sich zu verzweigen, zum Beispiel in der europäischen Hochschulallianz ChallengeEU. Damit stehe der UWM-Rektor auch in der Tradition eines berühmten ehemaligen Einwohners von Olsztyn – des europäischen Studenten Nikolaus Kopernikus. In einer Zeit, in der manche Menschen den Wert Europas in Frage stellten, sei eine solche Partnerschaft und ein solches Vertrauen ein positives Zeichen. Rektor Trahaschs Wunsch für die nächsten 20 Jahre war daher ganz einfach: „Lasst uns weiterpflanzen!“. In Anerkennung für seinen Beitrag zur Partnerschaft von HSO und UWM sowie zur akademischen Zusammenarbeit in Europa überreichte er Jerzy Przyborowski schließlich die Ernennungsurkunde und schloss: „Jerzy, ab heute bist Du einer von uns. Nicht als Gast, sondern als Mitglied der Hochschule Offenburg.“