Leidenschaftlicher Pädagoge geht in den (Un)Ruhestand

Prof. Dr. Ralf Lankau verabschiedet sich nach 24 Jahren von der Hochschule Offenburg.

30.07.2026 · Personalie · Redaktion: jd

Zwei Männer halten vor einem Schwarzwaldfoto eine Urkunde zwischen sich
Rektor Prof. Dr. Stefan Trahasch (links) überreichte Ralf Lankau die Ruhestandsurkunde.

Der gebürtige Lübecker Ralf Lankau hat einen weiten Weg zurückgelegt – nicht nur von der Marzipanstadt an der Ostsee in die Freiheitsstadt Offenburg an der Kinzig, nicht nur sportlich auf dem Rad oder beim Walken, sondern auch beruflich. Studiert hat er Klassische Philologie und Kunstwissenschaft, Germanistik und Kulturanthropologie. 1985 begann der damals 24-Jährige Gestaltungstechniken mit analogen und digitalen Techniken zu lehren. 2002 kam er schließlich als Professor für Mediengestaltung, Graphik Design, Print Layout, Screen- und Webdesign, Gestalten von interaktiven Abläufen an die Hochschule Offenburg. Seine Forschungsschwerpunkte waren bis zuletzt Mediengestaltung und Medienproduktion mit EU-DSGVO-konformen Open Source Programmen, Medienpädagogik und Medienethik. Nebenbei promovierte er 2014 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main bei Prof. Dr. Otfried Schütz zum Thema “Gestalten als Form der Erkenntnis”.

An der Hochschule Offenburg war Ralf Lankau maßgeblich für den Aufbau des Gestaltungsstudiengangs mgp verantwortlich und übernahm eine Zeit lang den Vorsitz im Prüfungsausschuss. Er rief die grafik.werkstatt der Hochschule ins Leben und leitete diesen Ort der interdisziplinären Begegnung für gemeinsame Medien- und Kulturprojekte. Zudem organisierte der Autor von Fachbüchern und Lehrmaterial zu Digital-, Grafik- und Webdesign sowie Gestaltungsunterricht mit analogen wie digitalen Techniken zahlreiche Fachveranstaltungen an der Hochschule. Als Mitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, des Vorstands der Gesellschaft für Bildung und Wissen sowie Initiator und Gründungsmitglied des “Bündnis für Humane Bildung” gelang es ihm immer wieder dazu zahlreiche renommierte Expertinnen und Experten nach Offenburg zu holen. Und auch außerhalb der Hochschule engagierte sich der leidenschaftliche Pädagoge. So lehrte er beispielsweise an der Kunstschule Offenburg intuitives Zeichnen oder entwarf mit seinen Schüler*innen ein Logo für eine Schule in der Region. Mit seinen Forschungsprojekten “futur iii: Digitaltechnik zwischen Freiheitsversprechen und Totalüberwachung” (https://futur-iii.de) und “Die pädagogische Wende” (https://https://die-pädagogische-wende.de/) machte er sich einen Namen als Kritiker eines zu frühen Einsatzes von digitalen Endgeräten und Bildschirmmedien in Kitas und Schulen.

Und so verabschiedete sich Ralf Lankau dann auch mit einem Albert Einstein zugeschriebenen Zitat in seinen zum 1. September beginnenden (Un)Ruhestand: “Wenn Sie wollen, dass Ihre Kinder intelligent sind, lesen Sie ihnen Märchen vor. Wenn Sie wollen, dass sie intelligenter werden, lesen Sie ihnen mehr Märchen vor.”  Getreu diesem Motto wird er sich künftig ehrenamtlich um die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen und alternative Konzepte zur digitalen Souveränität kümmern.