Rund 40 Studierende aus ganz Deutschland informieren sich über Dampftechnik
Rund 40 ausgesuchte Studierende und knapp 20 Professor*innen der Berliner Hochschule für Technik, der Fachhochschulen Erfurt und Münster, der Westfälischen Hochschule (Gelsenkirchen), der Ostfalia HAW (Wolfenbüttel), der Technischen Hochschulen Köln, Mannheim und Mittelhessen (Gießen) sowie der Hochschulen Biberach, Bremerhaven, Esslingen, München und Offenburg sind kurz vor Semesterstart an die Hochschule Offenburg gekommen, um am diesjährigen Seminar der Baelz-Stiftung teilzunehmen. Die Hochschule Offenburg war bereits zum dritten Mal Gastgeber für das Angebot zur Förderung der Ingenieursausbildung im Bereich der Gebäudetechnik. Thema war diesmal die Dampftechnologie. Professor Dr. Manuel Lämmle und Prof. Elmar Bollin vom Institut für nachhaltige Energiesysteme (INES) der Hochschule Offenburg hatten für die Studierenden von Versorgungs- und Energietechnik-Studiengängen sowie die Professor*innen aus dem Arbeitskreis Gebäudeautomation und Energiesysteme ein mehrtägiges Programm organisiert.
Zum Auftakt hieß Rektor Prof. Dr. Stephan Trahasch die Gäste willkommen und stellte ihnen die Hochschule Offenburg, die Wirtschaftsstruktur der Oberrheinregion sowie die trinationale Zusammenarbeit der Hochschule Offenburg und ihrer Partner in Frankreich und der Schweiz sowie die besondere Verbindung zum Mittelstand vor. Dabei schlug er auch eine Brücke von der hochschuleigenen Dampflok zum Seminar-Thema Dampftechnologie. Anschließend gab INES-Leiter Prof. Dr. Michael Schmidt einen kurzen Einblick in die Arbeit des Instituts. Andrea Bälz, Geschäftsführerin von W. Baelz & Sohn GmbH & Co. und als Mitglied der Stifterfamilie Beirätin in der Baelz-Stiftung, stellte das Familienunternehmen aus Heilbronn sowie einzelne seiner Produkte aus der Mess-, Regel-, Wärme- und Dampftechnik vor. Ohne Dampf gäbe es beispielsweise keine knackigen Gürkchen im Supermarkt, erklärte Andrea Bälz.
Danach ging es für die Seminarteilnehmenden auch im übertragenen Sinn ans “Eingemachte”. Michael Hasselbach, Vertriebsmitarbeiter und ab 1. Oktober Vertriebsleiter bei W. Baelz & Sohn GmbH & Co., führte sie in zwei Fachvorträgen in die Grundlagen der Dampftechnologie sowie in die Dampferzeugung und Übergabe in der Praxis ein. Nach den verschiedenen Einsatzbereichen von Dampf in der Chemie- und Pharma-Industrie, bei der Herstellung von Papier und Karton, Lebensmitteln, Textilien, Reifen oder Holzprodukten, in Sterilisationsabteilungen und Wäschereien von Krankenhäusern oder bei der Fernwärme ging es unter anderem um konkrete Rohrleitungsgrößen, Regelungstechniken oder Wärmeübertrager.
Es folgten Führungen durch die INES-Labore sowie Exkursionen in den Kehler Hafen und zu den Badischen Stahlwerken, mit einer beeindruckenden, hautnahen Besichtigung der Stahlproduktion. Am zweiten Seminartag standen in Freiburg ein Besuch des Rathauses im Stühlinger, der Universitätsklinik und deren Heizkraftwerk sowie vertiefenden Fachvorträgen der Sauter-Cumulus GmbH und der Badenova Wärmeplus GmbH & Co. KG an. Diese gaben interessante Einblicke in die aktuelle Praxis und mögliche zukünftige Entwicklungen in der Energie- und Gebäudetechnik, Gebäudeautomation und Dampftechnologie.
Die Teilnehmenden waren begeistert. Schließlich hatten die Studierenden schon beim Kennenlernabend als Grund für ihre Studienwahl angegeben, etwas zur Energiewende beitragen zu wollen. Die verschiedenen Programmpunkte lieferten nun viele spannende Impulse zur Energiewende und zeigten Vernetzungspotenziale. Und so wurden die gemeinsamen Essen sowie ein Get-together am Abschlussabend mit musikalischer Begleitung durch die Professor*innen-Band „Out of Control“ auch genutzt, um sich weiter über die vielen angeschnittenen Themen auszutauschen und sich über das Seminar hinaus zu vernetzen.
Die Baelz-Stiftung
Die Baelz-Stiftung fördert die Ingenieursausbildung an Hochschulen im Bereich der Gebäudetechnik. Getragen wird die Stiftung von der Familie Bälz und dem Unternehmen baelz automatic, das energiesparende Komponenten und Systeme für Industrie und Gebäude entwickelt. Die Stiftung ist organisatorisch an der Berliner Hochschule für Technik angesiedelt und wird durch einen Beirat geleitet, dessen Vorsitz Prof. Dr. Peter Ritzenhoff von der Hochschule Bremerhaven innehat. Jährlich lädt sie ausgewählte Studierende von 13 Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland zu einem besonderen Seminar ein. Ziel ist es die Studierenden von Versorgungs- und Energietechnik-Studiengängen bei der Entwicklung von innovativen Ansätzen zur nachhaltigen Energieversorgung zu unterstützen und eine Brücke zwischen Theorie im Studium und den Erfahrungen aus der Praxis zu schlagen. Außerdem werden alle zwei Jahre im Rahmen eines Anwenderseminars hervorragende Bachelor- und Master-Abschlussarbeiten mit einem attraktiven Preisgeld prämiert.