Von nützlicher Beschichtung bis True Crime: PFAS

Chemie-Lehrer*innen bilden sich in Sachen „Ewigkeits-Chemikalien“ an der Hochschule Offenburg weiter. 

23.07.2026 · Pressemitteilung · Redaktion: jd

Menschen sitzen in Gruppen an Tischen und beschäftigen sich mit Arbeitsblättern, die vor ihnen auf den Tischen liegen

Kurz vor den Sommerferien haben 16 Chemielehrer*innen der Sekundarstufe 2 aus dem gesamten Gebiet des Regierungspräsidiums Freiburg an der Hochschule Offenburg noch ihre Fachexpertise im Bereich der anorganischen Chemie vertieft. Ein besonderes Augenmerk galt dabei den sogenannten Per- und Polyfluoralkylsubstanzen, kurz PFAS. Weil diese natürlich nicht vorkommen und in der Natur auch nicht abgebaut werden, werden sie oft als „Ewigkeits-Chemikalien“ bezeichnet.

In einem Fachvortrag erläuterte Prof. Dr. Johannes Vinke den Teilnehmenden zunächst wie PFAS entstehen, wofür sie eingesetzt werden und warum sie problematisch sind. Die rund 10.000 chemisch hergestellten Verbindungen der Stofffamilie haben gemeinsam, dass sie sehr stabile Kohlenstoff-Fluor-Bindungen enthalten. Weil die Substanzen fett-, schmutz- und wasserabweisend wirken, werden sie sowohl als Beschichtung für Polster, Textilien oder Backformen als auch als Pflanzenschutzmittel verwendet. Bei Abnutzung verschmutzen sie dauerhaft Wasser und Boden und reichern sich über die Nahrung und verbrauchernahe Produkte auch in Menschen und Tieren an. Dies kann eine verminderte Wirkung von Impfungen, eine verringerte Fruchtbarkeit, höhere Cholesterinwerte, ein höheres Diabetesrisiko oder eine erhöhte Krebsgefahr zur Folge haben.

Im Exit-Game True-Crime-PFAS, das im Rahmen eines Projekts im Studiengang Umwelttechnologie an der Hochschule Offenburg für Schüler*innen ab circa 15 Jahren entwickelt wurde, beschäftigten sich die Chemie-Lehrer*innen anschließend spielerisch mit dem Thema. Als Ermittler*innen mussten sie die Ereignisse, die zu einem 2012 in Rastatt aufgedeckten PFAS-Skandal geführt haben, und deren Folgen für die Umwelt rekonstruieren. Eine Einführung in die Grundlagen der Actionable Gamification rundete den ersten Teil der Fortbildung ab.            

Nach der Mittagspause ging es im zweiten Teil an den Kaufmännischen Schulen Offenburg um die Lehrplaneinheit zur anorganischen Chemie. Dabei wurde den Teilnehmenden die kostenfreie und vom Verband der Chemischen Industrie (VCI) geförderte Kiste vorgestellt. Diese enthält eine Auswahl an bekannten und unbekannten Schüler- und Lehrerversuchen, die nach kurzer Einarbeitung im Unterricht eingesetzt werden können. Die Lernzielkontrolle findet über Arbeitsblätter statt. Die Teilnehmenden konnten die Kiste ausprobieren, so im Beisein von Expert*innen erste Erfahrungen im Umgang sammeln und die Kiste später mitnehmen.

Die Veranstaltung war Teil des umfangreichen Angebots der Hochschule Offenburg für Schulen und kam bei den Teilnehmenden sehr gut an. Bereits im Vorfeld hatte es deutlich mehr Anmeldungen als Plätze gegeben. Und am Ende wünschten sich viele Chemie-Lehrer*innen einen Besuch von Hochschulangehörigen mit dem Exit Game True-Crime-PFAS in ihrem Unterricht.