Process Engineering
In diesem englischsprachigen Master-Programm verbindest du chemische Verfahrenstechnik mit Biotechnologie oder Lebensmitteltechnologie. Du forscht an Biokraftstoffen aus Abfällen, entwickelst saubere Energie aus Biomasse oder sicherst die Qualität unserer Lebensmittel. Das Besondere: Du studierst 1 Semester in Offenburg und 1 Semester an unserer Partnerhochschule in Olsztyn/Polen. Am Ende hast du 2 Abschlüsse im Gepäck und bist vorbereitet auf das multikulturelle Umfeld der Verfahrenstechnik.
Steckbrief
Abschluss
Master of Science (M. Sc.)
Unterrichtssprache
Englisch
Regelstudienzeit
3 Semester
Studienbeginn
Wintersemester
Zulassungsvoraussetzungen
erfolgreich abgeschlossenes, fachlich affines Bachelorstudium
Sprachvoraussetzungen
TOEFL iBT 79 oder IELTS 6.0, APS (für Bewerber*innen aus China, Indien und Vietnam)
Praktische Voraussetzungen
Praktikum oder nachweisbare praktische Erfahrung erwünscht
ECTS
90 Credits
Studienort
Hochschule Offenburg,
UWM (Polen)
Auswahlverfahren
Ja (NC)
Alles Wichtige
Studieninhalte
Im englischsprachigen Doppelstudiengang vertiefst und erweiterst du dein Wissen in der chemischen und thermischen Verfahrenstechnik, der Biotechnologie oder der Lebenmitteltechnologie.
1. Semester (Offenburg)
An der Hochschule Offenburg setzen wir auf eine forschungsorientierte Ausbildung mit starkem Praxisbezug. Deine Schwerpunkte:
Vergasung, Pyrolyse und Verbrennung von Biomasse
Erzeugung, Aufbereitung und Speicherung von Biogas
Wirkungsbezogene Umweltanalytik
2. Semester (Olsztyn)
An der University of Warmia and Mazury (UWM) wählst du deine Spezialisierung.
Es stehen dir hochmoderne Laboratorien für Umweltbiotechnologie oder Lebensmitteltechnologie offen:
Fachbereich Umweltbiotechnologie
Umweltauswirkungen
Toxikologie (speziell: Fischereiindustrie und Mülldeponien)
Wasser- und Schlammbehandlung
Gentechnologie
Biopolymere und Biokraftstoffe
Fachbereich Lebensmitteltechnologie
Lebensmittelphysik und -rheologie
Qualitäts- und Sicherheitsmanagement von Lebensmitteln
Grundlagen der Ernährung
neuartige Lebensmittelprodukte
3. Semester (Überall)
Zeit für deine Masterarbeit. Du kannst sie an der HSO, der UWM, einer anderen Hochschule, in einem Forschungsinstitut oder in einem Industrieunternehmen deiner Wahl schreiben.
Perspektiven
Nach deinem Doppel-Abschluss bist du bereit für eine Karriere im öffentlichen Dienst, in der Privatwirtschaft oder in der Wissenschaft – und verfügst über wertvolle interkulturelle Kompetenzen. Diese sind in der multikulturellen Welt der Verfahrenstechnik heute wichtiger denn je.
Wir finden unsere Absolvent*innen typischerweise in:
der chemischen Industrie
der pharmazeutischen Industrie
Biotechnologieunternehmen
medizinischen Unternehmen
Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus
Staatlichen und nichtstaatlichen Regulierungsunternehmen
Versicherungsgesellschaften
Forschungsinstituten
Institutionen der höheren Bildung
Auch eine Promotion in der Verfahrenstechnik ist denkbar: Über Kooperationen mit unseren Partnerhochschulen gibt’s die Chance, in gemeinsamen Projekten zu promovieren.
Bewerbung
Du möchtest Teil unseres internationalen Masterstudiengangs Process Engineering werden? Wenn du die Voraussetzungen erfüllst, freuen wir uns auf deine Online-Bewerbung über HISinOne. Pro Studienjahr vergeben wir 20 Plätze – nutze also deine Chance!
So geht’s weiter:
Die Bewerbungsfristen für das Wintersemester findest du im Steckbrief. Nachdem du deine persönlichen Daten in HISinOne eingegeben hast, startet unser Auswahlverfahren.
Im April informieren wir dich, ob du in der engeren Wahl bist. Wenn ja, ist der nächste Schritt ganz einfach: Du bekommst einen Link, um deine vollständigen Unterlagen hochzuladen. Und wir melden uns bei dir!
Wichtige Hinweise:
Sprachnachweis Englisch: Wir akzeptieren folgende Zertifikate auf akademischem Niveau:
TOEFL iBT: min. 79 Punkte
IELTS: mind 6.0 (in allen Bereichen)
Cambridge Certificate
Pearson Test of Englisch (PTE) Academic
Bestätigungen anderer Universitäten über die Unterrichtssprache (z. B. “Medium of Instruction”) akzeptieren wir nicht.
Vorläufige Bewerbung: Du kannst dich bewerben, auch wenn dein Bachelor-Diplom noch nicht vorliegt.
Transcript of Records: Für die Prüfung der fachlichen Eignung ist es zwingend erforderlich, das aktuelle Bachelor-Transcript im Online-Portal hochzuladen.
Klimaschutz aus dem Reaktor
Von außen ist es nur ein Glasgefäß mit ein paar Schläuchen. Doch im Inneren des Reaktors geschieht, was die junge Ingenieurin Buse antreibt: die Umwandlung eines unsichtbaren Klimakillers. Was sie mit ihrer Forschung bewegen will und wie sie dabei Selbstvertrauen gewinnt – davon erzählt diese Reportage.
Deine Partner-Uni in Polen
Die University of Warmia and Mazury (UWM) – auch bekannt als Universität von Ermland und Masuren – ist ein echtes Schwergewicht in der Forschung. Gelegen in Olsztyn, inmitten der Masurischen Seenplatte, zählt sie laut CWUR-Ranking kontinuierlich zu den forschungsstärksten Adressen weltweit. Du verbringst dein 2. Semester und wahlweise deine Master-Thesis in Olsztyn. Hier erlebst du exzellente Lehre und Forschung, die global Maßstäbe setzt.
Wie alles begann: Von Offenburg nach Olsztyn
Was 1981 als mutige Hilfsaktion beginnt, ist heute ein Pfeiler einer starken akademischen Brücke: Die deutsch-polnischen Doppelstudiengänge der Hochschule Offenburg bauen auf einer Freundschaft auf, die in Krisenzeiten gewachsen ist.
Anpacken, wenn es darauf ankommt
Mitten in der polnischen Wirtschaftskrise der 80er-Jahre setzen Offenburger Bürger*innen ein Zeichen der Solidarität. Sie initiieren eine Hilfsaktion für die 180.000 Einwohner*innen Olsztyns. Der Offenburger Spediteur Georg Dietrich fackelt nicht lange: Er bietet sofort einen kostenlosen Hilfstransport an. Am 22. August 1981 kommt er nach einer zermürbenden 29-stündigen Reise mit 18 Tonnen Waren in Olsztyn an. Es ist der Beginn einer Verbindung, die bis heute hält.
Die „Weihnachtsbrücke“ oder: ein diplomatischer Krimi
Besonders emotional wird es im Dezember 1981: Unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“ sammeln Offenburger Schulen 7.800 Pakete mit Süßigkeiten und Spielzeug. Doch die Politik stellt sich quer: Die kommunistischen Regime wollen die Publicity stoppen, Grenzbeamte schikanieren den Konvoi. Erst eine Intervention des Außenministeriums und ein glücklicher Zufall – ein Treffen zwischen Helmut Schmidt und Erich Honecker – machen den Weg frei. Nur Stunden nachdem der Konvoi unter dem Schutz der diplomatischen Großwetterlage die Grenze passiert, wird in Polen das Kriegsrecht verhängt. Georg Dietrich und sein Team entkommen in letzter Sekunde.
Die Brücke steht fest
Ende der 90er-Jahre bringt Prof. Dr. Johannes Vinke Musik in die Beziehung: Bei einer Chorreise knüpft er 1. Kontakte zur Universität Ermland und Masuren (UWM). Aus persönlichen Begegnungen wird bald wissenschaftlicher Austausch. Die Georg-und-Maria-Dietrich-Stiftung verstetigt dieses Engagement seit 1998 mit Stipendien und Anschubfinanzierungen.
Der Erfolg dieser Brücke heute:
2009: Start des 1. Doppel-Masters „Process Engineering“
2012: Unterstützung beim Bau des Gebäudes E an der HSO
2018: Start des 2. Doppel-Masters „Biotechnology“
Heute führen Rektor Prof. Dr. Stephan Trahasch und sein polnischer Kollege Prof. Dr. Jerzy Andrzej Przyborowski diese Tradition fort. Etwa im kulturellen Austausch oder durch gemeinsame Fachkonferenzen. So leben wir Bildung über Grenzen hinweg.
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