Robotik gemeinsam denken – ein Fallbeispiel aus dem Mittelstand
Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und steigender Kostendruck fordern den Mittelstand heraus. Wer unter diesen Bedingungen wettbewerbsfähig bleiben will, muss die Produktivität steigern, ohne an Flexibilität zu verlieren. Auch für die Burger Group war früh klar: Manuelle Tätigkeiten lassen sich langfristig nur regional sichern, wenn sie intelligent automatisiert werden.
„Wir sind ein innovatives Unternehmen mit einer klaren Vision“, sagt CEO Thomas Burger. „Entscheidend war für uns die Frage, wie wir Automatisierung so umsetzen, dass sie im Alltag wirklich trägt.“
Der Kontakt zur Hochschule Offenburg entstand aus bestehenden Netzwerken und entwickelte sich zu einer engen Zusammenarbeit. Mit einer klar umrissenen industriellen Aufgabe wandte sich Burger an das Work-Life Robotics Institute. Ziel war es, die Montage eines Aktuators aus dem Automotive-Bereich weiterzuentwickeln: von einer teilautomatisierten Lösung hin zu einem deutlich höheren Automatisierungsgrad.
Das Projekt wurde schrittweise umgesetzt. Auf erste Machbarkeitsstudien unter Laborbedingungen folgten weitere Entwicklungsphasen bis zur praktischen Umsetzung im Unternehmen. Entscheidend war dabei der technologieoffene Ansatz.
„Wenn ich mit einem klassischen Automationsanbieter spreche, bekomme ich eine fertige Lösung verkauft“, sagt Burger. „Mit der Hochschule konnten wir zuerst diskutieren, welche Lösung für unseren Prozess wirklich sinnvoll ist – unabhängig von konkreten Produkten.“
Im Mittelpunkt stand dabei nicht maximale Automatisierung um jeden Preis, sondern Robustheit. Die neue Lösung sollte stabil laufen, Störungen vermeiden und über längere Zeit autonom arbeiten können. „Automatisierung bringt nur dann einen echten Vorteil, wenn sie im Produktionsalltag verlässlich funktioniert“, betont Burger.
Das Ergebnis ist eine vollautomatisierte Montagelösung mit höherer Produktivität und geringeren Personalkosten. Gleichzeitig entstanden im Unternehmen neue Kompetenzen. Vor rund zehn Jahren startete die Burger Group ihr erstes Robotikprojekt. Heute verfügt sie über ein unternehmensinternes, hochqualifiziertes Automatisierungsteam und setzt rund 150 Cobots und klassische Roboter ein.
Für Thomas Burger liegt der Schlüssel dieses Weges im Netzwerkgedanken. „Mittelstand braucht Networking. Der Austausch mit Hochschulen eröffnet neue Denkweisen und senkt Einstiegshürden.“ Aus ersten Projekten ist auf dieser Basis ein kontinuierlicher Austausch entstanden. Oder, wie Burger es formuliert: „Nur wenn Menschen und Institutionen zusammenpassen, kann etwas wirklich Gutes entstehen.“
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Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Wendt,
Leiter Work-Life Robotics Institute,
Hochschule Offenburg
thomas.wendt@hs-offenburg.de
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