Plastikmüll wird zu High-Tech-Utensil

Klosterschülerinnen erleben im Upcycling-Projekt „Bottle2Print“ der Hochschule Offenburg wie Klimaschutz und Kreativität Hand in Hand gehen.

22.07.2026 · Pressemitteilung

Ein Mann und zwei Schülerinnen stehen an einem Tisch mit Kunststoffabfällen
Insgesamt rund 30 Kilogramm Kunststoffabfälle hatten die Schülerinnen im Vorfeld gesammelt.

Kurz vor den Sommerferien gingen Schülerinnen der 9. und 10. Klasse der Klosterschulen Offenburg im Physik-Labor der Hochschule Offenburg der Frage auf den Grund wie aus einer weggeworfenen Plastikflasche ein innovativer Smartphone-Halter wird. Im Rahmen des zukunftsweisenden Upcycling-Projekts "Bottle2Print" hatten sie sich bereits vor zwei Monaten durch einen Fachvortrag von Prof. Dr. Melanie Broszat intensiv mit der Problematik von Mikroplastik-Einträgen in den heimischen Gewässern auseinandergesetzt. Im zweiten Workshop ging es nun um das eigentliche Kernziel des Projekts: Durch cleveres Upcycling den Einsatz von teurem Neumaterial zu reduzieren und gleichzeitig aktiv Plastikmüll zu vermeiden.

Die Schülerinnen hatten im Vorfeld fleißig Kunststoffabfälle gesammelt und so mehr als 30 Kilogramm Ausgangsmaterial zusammengebracht. Bei ihrem Besuch im Physik-Labor der Hochschule Offenburg verwandelten sie dieses Material im sogenannten "Pulltrusion"-Verfahren nun mit einer eigens aufgebauten Anlage (dem "Pull-Struder") in hochwertiges PET-Druckfilament. Das Besondere an dieser Methode: Der Kunststoff wird beim Upcycling nicht vollständig aufgeschmolzen, sondern durch eine Kombination aus gezielter Erwärmung und mechanischer Energie umgeformt. Das schont das Material und senkt den Energiebedarf im Vergleich zu herkömmlichen Recyclingverfahren drastisch.

Mit dem so gewonnenen PET-Druckfilament ging es zum Maker Space der Hochschule Offenburg. Dort übertrugen die Neunt- und Zehntklässlerinnen ihre insgesamt 20 im Vorfeld selbst angefertigten Produkt-Entwürfe für Smartphone-Handyhalter zunächst in präzise Konstruktionszeichnungen. Dabei überzeugten die Schülerinnen mit viel Erfindergeist und ausgefeilten Details bezüglich Ergonomie, Nutzererfahrung und Akustik-Design. So zeigte ein Entwurf die Integration schallverstärkender Hohlräume, die als passiver Lautsprecher fungieren. Andere erlaubten die perfekt abgestimmte Wahl des Neigungswinkels für optimale Sicht oder integrierten eine kabellosen Ladestation. Zudem präsentierten die Neunt- und Zehntklässlerinnen ihre Ideen in selbst gedrehten, kurzen Werbefilmen. Anschließend erlebten sie wie aus ihren Konstruktionszeichnungen und dem gewonnen PET-Filament im 3D-Druck-Verfahren Schritt für Schritt echte Protoypen der eigenen Entwürfe entstanden. Am Ende des Workshops stimmten die Schülerinnen über den Gewinnerentwurf ab, der bezüglich Kreativität, Technik und Nachhaltigkeit am meisten überzeugte.

Das Projekt "Bottle2Print" der Hochschule Offenburg wird im Rahmen des baden-württembergischen Ideenwettbewerbs "BWGreenLabs" gefördert. Mit dieser Initiative unterstützt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst innovative Ideen, um den ökologischen Fußabdruck von Forschungslaboren zu senken. Mit Projekten wie "Bottle2Print" zeigt die Hochschule Offenburg, dass nachhaltige Forschung nicht nur Ressourcen und Kosten spart, sondern auch die nächste Generation von Wissenschaftler*innen begeistert.