IMLA – Institute for Machine Learning and Analytics
Willkommen am IMLA
Wir erforschen die intelligente Analyse großer Datenmengen und entwickeln Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Über Transferprojekte bringen wir Datenkompetenz direkt in die Praxis. Daneben fließt unser Wissen in die Studiengänge der Hochschule Offenburg, in digitale Lehrmaterialien und Weiterbildungen ein.
Forschung
Hauptaufgabe des IMLA ist die Durchführung von Forschungs- und Transferprojekten zu Themen der Datenanalyse und künstlichen Intelligenz. Die untersuchten Fragestellungen spiegeln dabei die fachlichen Schwerpunkte der IMLA Mitglieder wieder.
Autonome Systeme
Ein autonomes System ist ein System, welches Entscheidungen autonom treffen kann. Um dies zu erreichen, muss sie ihre Umgebung wahrnehmen, ein Modell der Umgebung entwickeln, das auf ihren Wahrnehmungen basiert, und mit diesem Modell autonom handeln. Es trifft Entscheidungen, die dann in geplante Maßnahmen umgesetzt werden. Diese wirken sich wiederum auf die Umwelt aus. Häufig interagiert ein autonomes System mit anderen autonomen Systemen.
Beispiele sind autonome Fahrzeuge oder autonom agierende Roboter, die nicht unflexibel programmiert sind, sondern auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren müssen. Zu den Projekten mit autonomen Systemen an der Hochschule Offenburg gehören der Audi Autonomous Driving Cup und Shell Eco Marathon Autonomous Challenge (autonomes Fahren) sowie Sweaty (Roboterfußball).
Business Analytics
Die Anwendung von maschinellen Lernverfahren und statistischen Analysen auf betriebswirtschaftliche Fragestellungen ist der Gegenstand von Business Analytics. Anwendungen gibt es in sämtlichen Bereichen eines Unternehmens: Von der Zielgruppenanalyse und Kampagnenoptimierung im Marketing über Absatzprognosen im Verkauf bis hin zur Analyse von Fertigungsprozessen auf der Basis von Sensordaten. Auch traditionelle Themen der Datenanalyse und Speicherung wie Business Intelligence und Data Warehouse sowie deren Erweiterung durch maschinelle Lernverfahren sind Gegenstand unserer Forschungsinteressen. In Zukunft werden Methoden der Verarbeitung natürlicher Sprache und anderer unstrukturierterer Daten zunehmende Bedeutung auch bei betriebswirtschaftlichen Prozessen erlangen.
Learning Analytics
Unter Learning Analytics versteht man das Messen, Sammeln, Analysieren und Auswerten von Daten über Lernende und Lernprozesse, um mit Hilfe der gesammelten Daten Lern- und Lehrunterstützung anzubieten. Dabei kommen vielfältige Methoden und Vorgehensweisen des Maschinellen Lernens zum Einsatz. Die zugrunde liegenden Daten werden typischerweise in elektronischen Lernumgebungen und in digitalen Prüfungsverwaltungssystemen erzeugt. Grundlage sind z.B. Prüfungsergebnisse, Lerndokumente, Online-Diskussionen, Tests und Übungen. Bei sämtlichen Aktivitäten rund um Learning Analytics sind Persönlichkeit und Daten der Lernenden zu schützen.
Machine Learning
Mit Hilfe von Machine Learning sind Computer in der Lage, auf Basis von Daten selbstständig zu lernen, wie komplexe Aufgaben gelöst werden können, ohne dass diese explizit programmiert werden müssen. Machine Learning Algorithmen nutzen bereitgestellte Trainings- und Testdaten, um nach Mustern zu suchen und ein Modell zu lernen, um damit zukünftig automatisch Entscheidungen zu treffen. Ziel ist es, dass der Computer ohne menschliche Hilfe automatisch lernt und Aktionen anpasst.
Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Machine Learning Methoden, die sich in überwachte und unüberwachte Verfahren sowie Reinforcement Learning unterscheiden. Wir beschäftigung uns mit allen Arten des maschinellen Lernens und insbesondere auch mit Deep Learning.
Multimedia-Datenbanken
Im Gegensatz zu herkömmlichen, strukturierten Datenbanken speichern Multimedia-Datenbanken unstrukturierte Daten, vor allem Bild, Ton und Video, aber auch Freitext. Ein Betrachter kann den Inhalt eines Bildes oder eines Videos erfassen, für einen Computer bleibt der Sinn aber verborgen. Infolgedessen ist die Suche nach multimedialen Inhalten in einer Datenbank nur dann sinnvoll möglich, wenn semantische Metadaten vorhanden sind, die multimediale Inhalte beschreiben. Heute können diese Metadaten mit Hilfe von Deep Learning erstellt werden, z.B. sind dies Objekte in Bildern und Videos oder Gesichter / Personen und deren Emotionen. Damit wäre etwa die Suche nach Bildern, Sounds und Videos mit einem Tiger möglich.
Parallel Computing
Paralleles Rechnen ist Voraussetzung für die praktikable Durchführung vielen Machine-Learning-Techniken. So wird durch Parallelisierung beispielsweise das Training tiefer Neuronale Netze von zum Teil wochenlanger Rechenzeit auf wenige Tage oder Stunden reduziert, was die praktische Anwendung von Deep Learning erst möglich macht. Auch viele andere Verfahren des maschinellen Lernens sind sehr rechenintensiv und erfordern parallele bzw. verteilte Berechnungen.
Wir beschäftigen uns insbesondere mit der massiven Parallelisierung durch Grafikprozessoren (GPUs) und darauf optimierten Algorithmen, z.B. im Bereich Data Clustering. Das IMLA verfügt über mehrere Server, die mit NVIDIA Tesla GPUs für hochparallele Datenverarbeitung ausgestattet sind.
Smart Mobile Devices
Machine Learning Verfahren können auch im mobilen Kontext, insbesondere auf Smartphones, eingesetzt werden. Dies kann mit Hilfe unterschiedlicher Systemarchitekturen erfolgen: Zum einen können die Algorithmen vollständig auf Servern ausgeführt werden, so dass die zu analysierenden Daten vom Smartphone über geeignete Schnittstellen übertragen werden müssen. Dies erfordert jedoch eine dauerhafte Verbindung mit den Servern. Alternativ dazu kann beim Einsatz bspw. neuronaler Netze lediglich das rechenintensive Lernen auf den Servern erfolgen, das trainierte Netz wird anschließend auf das Smartphone übertragen und dort lokal genutzt werden (vgl. TensorFlow Lite). Ein weiterer Ansatz besteht darin, Machine Learning Anwendungen vollständig auf dem smartphone auszuführen, z.B. unter Verwendung von hardwarenah implementierten SDKs wie z.B. ARCore (Android) oder AR-Kit (iOS).
KI Ethik
Wir arbeiten an Themen rund um die Ethischen und Gesellschaftlichen Auswirkungen von KI
Forschungsprojekte
BMFTR Projekt KI-Bohrer
Webseite des Projekts: www.ki-bohrer.de
Projektbeschreibung
Geothermie als alternative Strom- und Wärmequelle zur Erreichung der Klimaziele. Die Einhaltung der international vereinbarten Klimaziele inklusive der Begrenzung der globalen Erwärmung auf möglichst unter 1.5 Grad Celsius ist sicherlich eine der größten technischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Ohne einen weiteren massiven Ausbau der CO2 neutralen Energiegewinnung werden diese Ziele nicht erreicht werden können. Geothermische Kraftwerke, insbesondere siedlungsnahe Anlagen mit Wärmekopplung könnten hier einen entscheidenden Beitrag zur klimaneutralen Wärme- und Stromversorgung in Ballungszentren leisten. Vorausgesetzt einer geologischen Eignung eines Standorts, haben geothermische Anlagen einige entscheidende Vorteile gegenüber anderen regenerativen Technologien: I) dezentrale Anlagen kleiner bis mittlerer Leistung erlauben eine lokale Versorgung mit Fernwärme und erreichen so einen sehr hohen Wirkungsgrad; II) existierende Kohle- und Gaskraftwerke können unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur nachhaltig und kostengünstig umgerüstet werden; und III) im Betrieb sind die Anlagen optisch unauffällig, leise und geruchsfrei, was zu einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung beiträgt.
Problemstellung: Schallschutz bei urbanen Geothermiebohrungen
Neben den vielfältigen Vorteilen im Betrieb, hat die Errichtung geothermischer Anlagen in Ballungsräumen aber auch ein wesentliches technisches und gesellschaftliches Problem: mit aktuell verfügbaren Verfahren führen die notwendigen Tiefenbohrungen an den urbanen Standorten zu erheblichen und langwierigen Lärmbelästigungen für die Anwohner. Insbesondere da Bohrungen aus technischen und wirtschaftlichen Gründen kontinuierlich, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche über Monate hinweg laufen müssen, stellt die Einhaltung gesetzlicher Schallgrenzwerte von typischerweise 35dB (nachts in Wohngebieten) eine enorme technische und logistische Herausforderung dar. Derzeitige Ansätze zum Schallschutz setzen auf eine Kombination aus I) kontinuierlicher Überwachung der Schallemissionen durch akustische Messungen in der Umgebung; II) Optimierung der Baustellenlogistik, z.B. Verlagerung lauter Aktivitäten auf bestimmte Tageszeiten; III) passiven Schalldämmungen durch Schutzwände und Einhausungen der Bohranlagen; IV) aktiver Schallreduktion durch (aktuell) manuelle Wahl von Steuerparametern der Bohrungen.
Lösungsansatz: aktive Schallreduktion durch KI-basierte Steuerung der Bohranlagen
Während die Ansätze I-III derzeit zum technischen Standard gehören, sehen wir bei der aktiven Schallreduktion noch erheblichen Innovationsspielraum und Bedarf. Mit der aktuell geläufigen manuellen Steuerung kann der umfassenden Komplexität des gestellten Optimierungsproblems nur unzureichend begegnet werden: Schallschutz und technisch sicherer, wirtschaftlicher Vortrieb der Bohrung sind nicht nur gegenpolige Ziele, auch die Überwachung vielfältiger Zustands- und gleichzeitige Anpassung hunderter Steuerparameter ist manuell nur suboptimal umsetzbar. Daher ist es das Ziel dieses Projektes, die Optimierung des Bohrbetriebs mittels aktueller KI-Verfahren zu automatisieren. Wir erwarten durch diesen grundsätzlich neuen Ansatz eine deutliche Verbesserung des Schallschutzes für die Anwohner bei gleichzeitiger Steigerung der Vortriebsgeschwindigkeit. Dadurch soll nicht nur die Akzeptanz von Geothermieprojekten, sondern auch deren Wirtschaftlichkeit erheblich erhöht werden. Beide Verbesserungen gegenüber dem Stand der Technik könnten einen wesentlichen Beitrag zum weiteren Ausbau der Geothermie und somit zur Erreichung der übergeordneten Klimaziele beitragen.
BMFTR Projekt LLM-Praxis
Link
Projektwebseite: https://www.llm-praxis.de/
Projektbeschreibung
Im Kontext von LLMs, wie bei der Einführung vieler anderer disruptiven Technologien, ergeben sich vielfältige wissenschaftliche, technologische, juristische und gesellschaftliche Fragestellungen von große Breite und Tiefe, welche unfraglich ausnahmslos von großer Bedeutung sind, aber unmöglich alle in einem Projekt behandelt werden können. Daher wird sich das vorgeschlagenen Projekt sowohl technologisch, als auch bei der Betrachtung der Technologiefolgen und Rahmenbedingungen auf wenige Kernthemen beschränken, welche in der Frühphase der Erprobung und Entwicklung von LLM Lösungen beim KMUs von hoher praktische Bedeutung sind und Risiken bezüglich anderer Aspekte minimieren.
Im Rahmen von LLMpraxis sollen explizit keine neuen GPT Algorithmen erforscht oder Modelle von Grund auf entworfen oder trainiert werden. Stattdessen soll auf das inzwischen breite Angebot an (unter offenen Lizenzen verfügbaren) sogenannten Foundation-Models und Open Source Frameworks zurückgegriffen werden, um diese dann an die Anforderungen realer Anwendungen bei den vier Partnerunternehmen anzupassen und produktiv einzusetzen. Neben vielen praktischen Fragestellungen bezüglich des Hostings, APIs zu bestehender Software und der Skalierbarkeit von LLM-Deployments für wachsende Nutzerzahlen auf eigenen lokalen Systemen, soll der wissenschaftliche Fokus im Rahmen einer projektbegleitenden Promotion auf Fragestellungen zur Beschränkung von LLMs auf eigene Daten und deren korrekten Referenzierung (Quellenangabe) liegen.
Das Herzstück des Projekts ist die anwendungzentrierte Vorgehensweise: gemeinsam mit vier Partnerfirmen wurden fünf konkrete Anwendungen in den zwei grundlegenden Kategorien Coding-Assistent (AP5) und ChatBot (AP6) definiert, welche durch Ihre Anforderungen die Forschung und Entwicklung treiben. Ziel ist es, hier schon frühzeitig im Projekt erste Lösungen in den Realbetrieb zu bringen und so die praktisch relevanten Herausforderung zu erfassen (AP7).
CZS Projekt: Lab2Device
Link zur Projektseite: https://www.lab2device.de/
Einblicke in unsere Forschung
Neue Methoden entwickeln. Prozesse optimieren. Innovationen vorantreiben. Am IMLA suchen wir nach Antworten auf Forschungsfragen. Unser Vorhabenregister zeigt alle Projekte, die wir gemeinsam mit Partner*innen aus Wissenschaft und Wirtschaft umsetzen. Darin können Sie alle laufenden und abgeschlossenen Projekte seit 2014 recherchieren. Aktuelle Meilensteine und Durchbrüche in unserer täglichen Arbeit finden Sie unter Einblicke.
Industriekooperationen
Unternehmen können mit dem IMLA auf verschiedene Arten kooperieren und so von unserer Expertise für Forschung und Transfer profitieren:
Als Projektpartner im Rahmen eines öffentlich geförderten Forschungs- oder Transferprojekts. Je nach Konstellation kann das Unternehmen selbst Förderungsmittel erhalten oder sich als nicht geförderter Partner einbringen um so an den Projektergebnissen teilhaben.
Als Auftraggeber für ein Projekt. In diesem Fall haben Sie alle Rechte an den Ergebnissen. Ein Projekt kann dabei wenige Personentage umfassen oder aber auch beispielsweise im Rahmen einer Promotion bearbeitet werden.
Sie haben eine Fragestellung, die im Rahmen einer Abschlussarbeit von Studierenden bearbeitet werden kann und hochschulseitig von einem Mitglied des IMLA betreut wird.
Längerfristige Kooperationsabkommen mit der Hochschule über Einzelprojekte hinaus sind ebenfalls möglich. Sprechen Sie uns an!
Unsere Industriepartner
Lehre und Weiterbildung
Lehre und Weiterbildung gehört neben Forschung und Transfer ebenfalls zu den Aufgaben des IMLA. Datenkompetenz gehört zu den Schlüsselqualifikationen der Informationsgesellschaft. Ein Großteil der Studiengänge an der Hochschule Offenburg hat deshalb Inhalte zu Analytics und KI im Curriculum, die meist von Mitgliedern des IMLA gelehrt werden. Dabei geht die Bandbreite von einführenden Veranstaltungen für technische und betriebswirtschaftliche Studiengänge bis zum spezialisierten Bachelor-Studiengang Angewandte Künstliche Intelligenz.
Forschung und Lehre zu KI treffen bei den Projekten zum Roboterfußball zusammen: Sweaty und magmaOffenburg sind regelmäßig bei Welt- und Europameisterschaften erfolgreich, nicht zuletzt dank großem Engagement der beteiligten Studierenden.
Außerdem entwickelt das IMLA Lehrmaterial zu Analytics und KI, beispielsweise das Online Skript zum maschinellen Lernen mit praktischen Übungen auf der Basis der Plattform KNIME oder im durch Erasmus+ geförderten Projekt Transversal Skills in Applied Artificial Intelligence (TSAAI).
Weitere Informationen
Publikationen
IMLA Personal
Externe Mitglieder
Pfarrer Dr. Gernot Meier, Evangelische Landeskirche in Baden
Wissenschaftliche Mitarbeiter
Leitung & Kontakt