Zur Titelmelodie der Fernseh-Serie Game of Thrones – wie die weitere Musik des Abends gespielt vom Hochschulorchester unter Leitung von Udo Sutter – schritten die Absolventinnen und Absolventen des Sommersemesters 2025 und des Wintersemesters 2025/26 zu ihrer Abschlussfeier in die Oberrheinhalle. Nach einem Zwischenstopp für ein Gruppenfoto ging es zu den Plätzen im Saal, wo zahlreiche Wegbegleiterinnen und -begleiter schon warteten. Anschließend bat Kai Wißmann, der durch die Veranstaltung führte, Rektor Prof. Dr. Stephan Trahasch auf die Bühne, der die erfolgreichen Studierenden willkommen hieß und ihnen weiter Zukunftsmut wünschte. "Neben dem Wissen haben Sie etwas im Studium gewonnen, das man nicht in Leistungspunkten messen kann", erklärte er, "Erfahrung. Selbstvertrauen. Und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Denn seien wir ehrlich: Ein Studium ist kein gerader Weg. Und genau das macht es so wertvoll." Wertvoll seien auch das Engagement und die Kreativität, die die Absolventinnen und Absolventen für die Hochschulgemeinschaft unter Beweis gestellt hätten, so der Rektor. Zwei Gruppen hob er besonders hervor: Zum einen die 16 Promovierten, die Außergewöhnliches geleistet und Verantwortung für Wissen, Fortschritt und Zukunft übernommen hätten. Diese Leistung sei zugleich ein starkes Zeichen für die Forschungsstärke der Hochschule. Zum anderen dankte der Rektor den internationalen Studierenden für die Offenheit und den Mut, ein Studium in einem anderen Land zu absolvieren: "Denn ohne sie wäre unser Campus deutlich leiser, deutlich weniger bunt und wohl auch ein kleines bisschen langweiliger." Diese Internationalisierung, die durch die 2025 gegründete europäische Hochschulallianz ChallengeEU weiter gefördert wird, werde die Hochschule auch in den nächsten Jahren prägen.
Was damit gemeint sein könnte, zeigte das anschließende Gespräch von Prof. Dr. Tobias Hagen, Prorektor für Internationalisierung, mit Deepti Tyagig und Melak Derese Kassu. In diesem schilderten die Inderin und der Äthiopier ihre Zeit an der Hochschule Offenburg und welch wertvolle Erfahrungen sie neben dem Abschluss nun in ihre Heimatländer mitnehmen.
Wie wertvoll ein Abschluss an der Hochschule Offenburg für das spätere Berufsleben sein kann und was sie gern früher gewusst hätten, machten die Alumni Alexandra Huber (heute ipa-Fraunhofer) und Christian Feißt (heute Sinusquadrat) im anschließenden Interview mit Absolvent Leandro Hippel deutlich.
Danach baten Absolventin Paula Barrakling und Absolvent Hannes Link die Professorinnen Sabine Hirtes, Elke Mackensen, Julia Roederer und Professor Thomas Seifert zu einem interaktiven Quiz auf die Bühne: Sie sollten sagen, wie die Mehrheit der Absolventinnen und Absolventen kurz zuvor Multiple-Choice-Fragen wie "Was hat euch am meisten durchs Studium geholfen?", "Wo habt ihr am meisten Zeit auf dem Campus verbracht?" oder "Was werdet ihr am wenigsten vermissen?" beantwortet hatten. Es zeigte sich, dass alle vier ihre Studierenden sehr genau kennen, drei erreichten am Ende sogar die gleiche Punktzahl. Einige der Antworten wurden durch den folgenden Film, in dem die Absolventinnen und Absolventen ihr Studierendenleben humorvoll Revue passieren ließen, noch unterstrichen.
Und auch Absolventin Tiziana Bohlinger blickte in ihrer Abschlussrede auf das Studierendenleben zurück, das für viele in einer ganz besonderen Zeit angefangen hat – während Corona. Doch nicht nur die damit verbundenen Hürden wie Online-Vorlesungen, Impfnachweise und fehlende soziale Kontakte hätten die Absolventinnen und Absolventen gemeistert, sondern auch zahlreiche Prüfungen, die Burger-Beschaffung in der Mensa oder den Notausgang im Physikraum. Und jetzt? "Dieser Abschluss eröffnet mehr Türen, als wir zuvor je hatten. Wir müssen nur noch hindurchgehen und das Beste daraus machen", erklärte Tiziana Bohlinger mit Dank an die Dozentinnen und Dozenten. Und mit genau dem Zukunftsmut, den der Rektor den Absolventinnen und Absolventen gewünscht hatte, fügte sie hinzu: "Denn vielleicht haben wir nicht den perfekten Plan, aber wir haben Vertrauen in uns selbst gewonnen. Und selbst wenn auf unserem Weg Steine liegen, werden wir auch diese aus dem Weg räumen."
Statistik
Die vier Fakultäten, die Graduate School und die Graduate Academy verabschiedeten 757 Studierende, darunter gut ein Drittel Frauen. 466 Studierende absolvierten einen Bachelor-Studiengang und 275 einen Master-Studiengang, darunter 75 Studierende, die einen internationalen Master der Graduate School absolviert hatten. Hinzu kamen noch 16 Studierende, die mit Unterstützung der Graduate Academy eine kooperative Promotion abgelegt hatten. Die Fakultät Wirtschaft stellte mit 252 die meisten Absolventinnen und Absolventen, gefolgt von den Fakultäten Maschinenbau und Verfahrenstechnik (180), Elektrotechnik, Medizintechnik und Informatik sowie Medien (beide 151). Sieben Studierende absolvierten den fakultätsübergreifenden Forschungs-Master Applied Research.