Damit wir den Motiven dieser Müll-Wegwerfer auf den Grund gehen konnten, haben wir unter Anwendung morphologischer Marktpsychologie Tiefeninterviews durchgeführt. Für das Durchführen der Interviews haben wir zuerst einen Leitfaden erstellt, der als Richtlinie für die darauffolgenden Interviews galt. Insgesamt wurden 17 Personen in einer Altersspanne von 16 bis 66 Jahren befragt. Darunter befanden sich 10 weibliche und 7 männliche Teilnehmer. Daraufhin wurden alle Ergebnisse miteinander verglichen und nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden überprüft. Auch die einzelnen Interviews wurden nach expliziten Motiven analysiert. Trotz unterschiedlicher demografischer Daten waren die Ergebnisse oft ähnlich. So haben alle Interviewpartner angegeben kleinen Müll wie Papierschnipsel oder Kaugummis in der Umwelt zu hinterlassen. Großer Müll, wie Fast Food-Verpackungen oder Flaschen, wiederum wurde nur von fünf Teilnehmern angegeben. Mit der Analyse der Interviews konnten Erkenntnisse in Hinsicht auf die Motive der Befragten herausgefunden werden. Einer der Gründe war die Umgebung. An bereits vermüllten Orten wurde mehr Littering betrieben, als in der freien Natur. Als Hauptgrund für das Littering wurde Bequemlichkeit angegeben. Es wurde zwar beteuert, dass immer nach einem Abfalleimer gesucht wird, da dieser jedoch nicht in Reich- und Sichtweite war, landete der Müll auf dem Boden. Auch Gruppen hatten großen Einfluss auf die Befragten. Unter Bekannten wurde eher Littering betrieben, als unter fremden Menschen. Die Interviewten haben sich hier so angepasst, wie sie es in der Situation für sozial erwünscht hielten. Viele der Befragten gaben an, im Alter von 14 bis 16 Jahren mit dem Littering angefangen zu haben. Während dieser Zeit befindet man sich auf der weiterführenden Schule und ist für sein Mittagessen oft selbst verantwortlich. Das gekaufte Essen ist in der Regel von viel Verpackung umhüllt. Durch das große Zusammengehörigkeitsgefühl der Schüler führt ein einzelner Täter zu vielen Nachahmern. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse erstellten wir die Grundlage unserer Kampagne. Als Kampagnenidee entschieden wir uns die Schüler vor Ort auf die Thematik des Litterings aufmerksam zu machen. Es sollen vor allem Jugendliche auf weiterführenden Schulen erreicht werden, da die meisten Befragten angaben, während dieser Zeit mit dem Littering zu beginnen. Dazu haben wir uns überlegt einen Monat lang allen Müll einzusammeln, den die Schüler dann auf dem Schulgelände in einem Glaskasten betrachten können. Die Kampagne findet als Veranstaltung statt. Hierbei werden die Themen Vermüllung, Umweltbewusstsein und die Folgen des Litterings aufgegriffen. Zusätzlich werden auch die Reinigungskräfte und Hausmeister der Schule mit eingebunden, um ihre Erfahrungen mit den Schülern zu teilen. Die Schüler sollen einen Eindruck davon bekommen, dass auch kleine Taten viel Aufwand für andere Leute bedeuten können. Des Weiteren sollen die Schüler dadurch ihr Verhalten hinterfragen und zum Umdenken angeregt werden. Das Problem Littering soll hiermit an der Wurzel bekämpft werden, um zukünftig für ein höheres Bewusstsein zu sorgen. Die Kampagne soll neben Plakaten, die in der Schule ausgehängt werden, zusätzlich noch auf eigenen Social-Media-Kanälen beworben werden. Dafür entschieden wir uns für die Plattform Instagram und TikTok, da diese von unserer Zielgruppe häufig genutzt werden. Abschließend konnten mit der Projektarbeit die Motive für Littering herausgefunden und durch unsere Kampagne aufgegriffen werden.
Projektteam:
Fabian Gisi, Henry Haupt, Rebecca Szauka
Projektbetreuung:
Prof. Robert Gücker