Research and Transfer

News detailpage research and transfer

 

Vom Plastikmüll zum Smartphone-Halter aus dem 3D-Drucker

|

Am Dienstag, 17. März, hat an der Hochschule Offenburg der erste Schülerworkshop im Rahmen des Projekts "Bottle2Print" stattgefunden.

zwei junge Frauen sitzen an einem Laptop auf dem eine Konstruktionsskizze eines Smartphone-Halters zu sehen ist. Neben ihnen auf dem Tisch eine leere Plastikflasche, Filament und ein fertiger Smartphone-Halter aus dem 3D-Drucker
© Hochschule Offenburg, Joerdis Damrath

Im Sommer können die Schülerinnen selbst konstruierte Produkte wie beispielsweise einen Smartphone-Halter aus dem aus leeren Plastikflaschen gewonnenen Filament im 3D-Drucker herstellen.

Drei Klassen der Klosterschulen Offenburg besuchten die Hochschule und setzten sich intensiv mit der Entstehung und den ökologischen Folgen von Mikroplastik auseinander.

In einem Fachvortrag erklärte Prof.in Dr. Melanie Broszat den Schülerinnen zunächst die gravierende Umweltproblematik von Plastikabfällen. Sie zeigte auf, wie durch die mechanische Beanspruchung von Polymeren winzige Kunststoffpartikel entstehen, die letztlich über Fließgewässer den Weg in die menschliche Nahrungskette finden. Wie schnell und unbemerkt sich Plastik abreibt, demonstrierte Melanie Broszat eindrucksvoll anhand einer sandgefüllten Wasserflasche, aus der durch Reibung sichtbar kleinste Partikel als Mikroplastik freigesetzt wurden.

"Wir möchten aber nicht nur über das Problem Mikroplastik reden, sondern auch aktiv handeln", betonte anschließend Projektleiter Prof. Dr. Dominik Giel. "Mit dem Projekt zeigen wir den Schülerinnen, wie sich Kunststoffabfälle durch modernes Recycling und 3D-Druck in wertvolle neue Ressourcen verwandeln lassen, damit Mikroplastik erst gar nicht entsteht."

Aus Theorie wird Praxis: Eigene Produktideen aus Recycling-Kunststoff

Im Anschluss an den Auftakt-Workshop werden die Schülerinnen das Thema nun im Schulunterricht vertiefen. In Kleingruppen entwickeln sie eigene, praxisnahe Produktideen, um aus Recycling-Kunststoff Neues zu erschaffen und so aktiv zur Vermeidung von Plastikabfällen beizutragen. Der praktische Meilenstein des Projekts folgt dann im Sommer: Bei einem zweiten Besuch an der Hochschule im Juli werden die Schülerinnen selbst aktiv. In den Laboren der Hochschule Offenburg haben sie die Möglichkeit gebrauchten Einweg-Plastikflaschen in wertvolles Filament für den 3D-Druck umzuwandeln. Anschließend werden die von den Schülerinnen selbst konstruierten Entwürfe auf den 3D-Druckern der Hochschule ausgedruckt.

Das durch das MWK Baden-Württemberg geförderte Projekt "Bottle2Print" zielt darauf ab, nicht nur über die Problematik aufzuklären, sondern die Jugendlichen aktiv an Lösungsansätzen zu beteiligen. So verbindet das Projekt auf greifbare Weise Umweltbildung mit moderner Technik und macht das Prinzip der Kreislaufwirtschaft für die Schülerinnen direkt erlebbar.