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„Basis zur Realisierung des afrikanischen Traums“

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Welche Bedeutung Transfer in die Region und ins Ausland an der Hochschule Offenburg hat, zeigt das Beispiel dreier Doktoranden aus Ghana.

Seth Kotey, Nana Kwadwo Akrasi-Mensah und Robert Antwi von links auf einer Mauer auf dem Campus sitzend.

Seth Kotey, Nana Kwadwo Akrasi-Mensah und Robert Antwi (von links) freuen sich bereits auf ihre weiteren Aufenthalte und hoffen dabei auf mehr Campusleben.

Seth Kotey, Robert Antwi und Nana Kwadwo Akrasi-Mensah waren im vergangenen September von der Kwame Nkrumah University of Science and Technology nach Offenburg gekommen, um ein Semester lang mit den Mitarbeitenden des Instituts für verlässliche Embedded Systems und Kommunikationselektronik (ivESK) der Hochschule Offenburg zusammenzuarbeiten. Dabei wollten sie im Rahmen des Projekts „Dipper: Distributed IoT-Platforms  for Safe Food Production“ noch mehr über  sichere Internet of Things- (IoT-) und Blockchain-Technologien erfahren. Denn deren Anwendung soll mit Hilfe von Dipper künftig einen wesentlichen Beitrag zu einer sicheren Lebensmittelproduktion leisten – in Subsahara-Afrika und im Schwarzwald. Von besonderem Interesse ist dabei die hochzuverlässige und ausreichend leistungsfähige Anbindung von produktionsnahen Sensoren und Steuerungen an die Blockchain, um eine integrierte Ende-zu-Ende-Sicherheit zu erreichen.

„Basierend auf unseren Erfahrungen aus früheren Projekten sehen wir die Notwendigkeit und die Möglichkeit, IoT- und Blockchain-Lösungen für das Retrofit bestehender Industrieanlagen zu konzipieren und bereit zu stellen“, erklärt Prof. Dr. Axel Sikora, wissenschaftlicher Direktor am ivESK der Hochschule Offenburg und Leiter des Dipper-Projekts. „Für mich ist das Projekt Dipper die Basis zur Realisierung des afrikanischen Traums“, ergänzt Senior Lecturer Dr. Eric Tutu Tchao von der Kwame Nkrumah University, der die Doktoranden in den drei Monaten im Rahmen eines DFG-Forschungsaufenthalts begleitete. In zwei kombinierten Projekten, die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden, erhalten die beiden Einrichtungen während vier Jahren ein Forschungsbudget von mehr als 750 000 Euro. „Außerdem hilft das, was unsere Doktoranden in Offenburg lernen, uns an unserer Universität dabei, ein KI-Labor aufzubauen“, fügt Dr. Eric Tutu Tchao hinzu. Und gelernt haben die Drei im vergangenen halben Jahr nach eigenen Aussagen eine Menge. „Mein Wissen über Blockchain ist enorm gestiegen“, sagt Robert Antwi. Seth Kotey hat mehr zur Analyse und Nutzung des IoT erfahren. „Das hilft bei Entscheidungen“, erklärt er. Und Nana Kwadwo Akrasi-Mensah hebt die große Unterstützung durch das ivESK-Team um Professor Sikora hervor.

Neben den gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind den drei Ghanaern aber auch die vielen persönlichen Erfahrungen sehr wichtig. „Es war toll, eine andere Perspektive auf viele Dinge kennenzulernen, “, sagt Seth Kotey, „außerdem sind die Deutschen so organisiert und haben immer eine Idee, was zu tun ist.“ „Auch die Art des Lehrens ist ganz anders“, hat Robert Antwi beispielsweise im Deutschkurs festgestellt, „und die Interverbindung ist stabil“. Nana Kwadwo Akrasi-Mensah war vor allem von der Möglichkeit, jederzeit einfach am Fluss oder in öffentlichen Parks spazieren gehen zu können, begeistert. „Allerdings ist das deutsche Essen nicht sehr würzig“, fügt er mit einem Lächeln hinzu. In ihrer Freizeit haben die Doktoranden viele Ausflüge in die Region, aber auch nach Frankfurt oder Hamburg gemacht. „Einmal haben wir uns mit dem Rad verfahren, da eine Straße in Offenburg denselben Name hatte, wie eine Straße in Schutterwald“, erinnert sich Nana Kwadwo Akrasi-Mensah. Vermisst haben allen Drei pandemiebedingt auch einen intensiveren Kontakt zu anderen Studierenden und einen lebendigen Campus. Aber sie werden ja noch zweimal in der Projektlaufzeit wiederkommen. „Und dann ist hoffentlich kein Corona“, sagt Seth Kotey, der bis dahin auch noch weiter Deutsch lernen möchte.

Doch zunächst kehren sie Ende Februar erst einmal in ihre Heimat zurück, setzen ihr Doktoratsstudium fort und wollen ihr neues Wissen mit ihren Kommilitonen, mit ihrer Universität und mit Firmen in, aber auch außerhalb der Foodbranche teilen. „Denn auch diese können von der Anwendung von IoT- und der Blockchain-Technologien profitieren“, schließt Robert Antwi.