Nachhaltige Energiesysteme (geplant ab WiSe 2022/23)

Um was geht es ?

Der Studiengang Nachhaltige Energiesysteme soll angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren die Grundlagen der Energietechnik mit dem Fokus auf den Nachhaltigen Energiesystemen und den Methoden der Digitalisierung vermitteln. Studierende lernen die Einbindung der Energietechnik in Energiesysteme unterschiedlicher Größen – von verfahrenstechnischen Anlagen über  Gebäudeenergiesysteme bis hin zu nationalen Energiesystemen.

Die Studierenden erhalten sehr gute Kenntnisse in den Grundlagen der Ingenieurwissenschaften. Durch die Wahl von Fokusfächern erwerben sie zusätzlich ingenieurwissenschaftliches Spezialwissen. Sie lernen umfassendes und anwendungsbereites Wissen in den ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenfächern (unter anderem Mathematik, Physik, Chemie, Elektrotechnik, CAD) und in den Kernfächern der Energietechnik (insbesondere Thermodynamik, Strömungslehre, Elektrotechnik, Chemie, Wärme- und Stoffübertragung, Werkstoffkunde, Mess- und Regelungstechnik, Leistungselektronik).

Die anwendungsorientierten Fokussierungen vermitteln Kenntnisse in der "Energieverfahrenstechnik", der "Technischen Gebäudeausrüstung", der "Regenerativen Energiesysteme", der "Energieanlagen & Netze" sowie der "Smart Grid & Systems Engineering".

Im Bereich Energiesysteme erfahren die Studierenden, wie die Komponenten eines Energiesystems zu großen Energiesystemen zusammengesetzt werden. Darüber hinaus lernen sie die Interaktion der einzelnen Komponenten zu analysieren und zu bewerten. So können sie später die Abhängigkeiten – zum Beispiel im Betrieb – identifizieren und einordnen. Dazu lernen sie die Fächer "Sustainable Energy Engineering", "Medien und Gesellschaft", "Energie- und Ressourcenwirtschaft", "Energiespeicherung" und "Energiesysteme der Zukunft".

Im Bereich der Digitalisierung lernen die Studierenden, kleine Skripte zu schreiben, und erhalten das Programmierwissen für das Schreiben eines Lastenhefts. Zudem lernen sie sicher mit Daten umzugehen, Daten zu erstellen, erfassen, erkunden, managen, beurteilen und anzuwenden. Diese Kenntnisse erhalten sie in den Fächern "Mathematik", "Programmieren", "Simulation und Optimierung" sowie "Data Engineering".

Darüberhinaus erhalten die Studierenden Kompetenzen im systemischen und verantwortungsvollen Denken. Sie lernen gesellschaftliche Auswirkungen (zum Beispiel auf das Klima) und verantwortliches Handeln (zum Beispiel im Rahmen der Agenda 2030 der UN und des Pariser Klimaabkommens) kennen. Nicht zuletzt erwerben die Studierenden die Fähigkeit, verschiedene Disziplinen zusammenzuführen und als Vermittelnde zwischen den Disziplinen zu fungieren.

Das Studium der Nachhaltigen Energiesysteme umfasst sieben Semester.

In den ersten beiden Semestern werden vor allem die energietechnischen Grundlagen vermittelt (Physik, Chemie, Thermodynamik, Strömungslehre, Elektrotechnik. Im Bereich der Energiesysteme ist eine Ringvorlesung mit einem Überblick zu nachhaltigen Energiesystemen sowie einer Einordnung der Transformation des Energiesystems in Medien und Gesellschaft geplant. Für die Digitalisierung werden die Grundlagen mit Mathematik 1 und Mathematik 2 gelegt.

Ab dem dritten Semester können die Studierenden den abnehmenden Pflichtteil mit Wahlfächern ergänzen, um eine Fokussierung zu erreichen. Es müssen insgesamt sieben Wahlfächer belegt werden. Werden alle Fächer einer Fokussierung (insgesamt fünf) belegt, wird der Name der Fokussierung auch im Abschluss aufgenommen. Folgende Fokussierungen werden angeboten:

  • Nachhaltige Energiesysteme mit Fokus Energieverfahrenstechnik
  • Nachhaltige Energiesysteme mit Fokus Technische Gebäudeausrüstung
  • Nachhaltige Energiesysteme mit Fokus Regenerative Energiesysteme
  • Nachhaltige Energiesysteme mit Fokus Smart Grids & Systems Engineering

Darüber hinaus werden die energietechnischen Grundlagen (Wärme- und Stoffübertragung, Messtechnik, Regelungstechnik), der Bereich Energiesysteme (Energie- und Ressourcenwirtschaft, Energiespeicherung) und der Bereich Digitalisierung (Programmieren, Simulation und Optimierung, Data Engineering) weiter vertieft. Zusätzlich werden Grundlagen der Betriebswirtschaft mit BWL 1 und BWL 2 sowie der Projektplanung und -ausführung gelegt.

Im fünften Semester ist das praktische Semester eingeplant.

Und am Ende des siebten Semester steht die Bachelor-Thesis an.

Die Grafik zeigt die jeweils fünf Wahlfächer in den vier Fokussierungen.

Die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Nachhaltige Energiesysteme haben Kompetenzen in der Analyse und Bewertung von Energiesystemen. Sie können auf ein fundiertes Fachwissen der energietechnischen Grundlagen zurückgreifen. Zudem haben sie Programmiererfahrung und können mit großen Datenmengen arbeiten, diese analysieren und bewerten. Darüber hinaus besitzen sie Methodenkenntnisse im Bereich der Simulation und Optimierung von Energiesystemen. Alle Kompetenzen werden im Rahmen der Nachhaltigkeit vermittelt und sollen so Absolventinnen und Absolventen in die Wirtschaft entlassen, die verantwortungsvoll die Transformation des Energiesystems gestalten.

Damit ist die Basis gelegt, dass die Absolventinnen und Absolventen an der Schnittstelle der Energietechnik und Energieinformatik arbeiten können. Typische Berufsbilder für Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Nachhaltige Energiesysteme sind:

  • Fachpositionen in der Energieversorgung (zum Beispiel in der Planung, dem Vertrieb und Betrieb von energietechnischen Anlagen)
  • Fachpositionen bei Herstellern von erneuerbaren Energieanlagen und -versorgungssystemen (zum Beispiel in der Planung von und Beratung zu Energieversorgungssystemen)
  • Tätigkeiten in Industrieunternehmen, Planungsbüros und der Energieberatung

Je nach Fokussierung im Studiengang Nachhaltige Energiesysteme ergeben sich die folgenden Berufsbilder:

  • Fokus Energieverfahrenstechnik: Fachpositionen in Industrie- und Produktionsbetrieben nachhaltiger Energietechnik sowie in Ingenieurbüros zur Planung von Prozessen und der dazu gehörenden Apparate und Anlagen
  • Fokus Technische Gebäudeausrüstung: Planung, Ausführung, Betrieb in Unternehmen der TGA Branche; Fachpositionen bei Technologieanbietern, insbesondere auf dem Gebiet der TGA
  • Fokus Regenerative Energiesysteme: Ingenieurbüros zur Planung von Energiesystemen mit Erneuerbaren Energien; Fachpositionen bei Technologieanbietern, insbesondere auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien
  • Fokus Energieanlagen & Netze: Planung, Fertigung und Überwachung elektrischer Anlagen in der Energieversorgung, vor allem der Elektrizitätsversorgung
  • Fokus Smart Grids & Systems Engineering: Planungsingenieur*in, Entwicklungsingenieur*in von intelligenten Energiesystemen in Gebäuden, dezentralen und zentralen Energieversorgungsnetzen; Einsatz in Stadtwerken, Energiedienstleistern oder Energieversorgungsunternehmen; Fachposition bei Herstellern von Energie- und Kommunikationssystemen

Dr. Anne Hillenbach

Bereichsleiterin Klimaschutz und Öffentlichkeit Energieagentur Regio Freiburg GmbH

„In den kommenden zwei Jahrzehnten müssen wir die Region, Deutschland und die Welt in Richtung Klimaneutralität entwickeln. Diese von vielen Menschen „historisch“ genannte Aufgabe erfordert nicht nur Engagement auf allen Ebenen, sondern benötigt auch unzählige Fachkräfte: In der Wissenschaft, in der strategischen Planung & Beratung, im Handwerk, in der (Klima-)Kommunikation sowie in der Industrie. Sich nicht nur privat, sondern auch beruflich für den Klimaschutz zu entscheiden, ist daher auf vielen Ebenen eine kluge und gute Entscheidung für die Zukunft.“

Dr. Holger Kuehnlein

Diplom-Chemiker SVP Technology & Innovation RENA Technologies GmbH

"Als Maschinenbauer treibt die RENA Technologie GmbH, durch die kontinuierliche Technologie-Entwicklung nasschemischer Prozessanlagen, Innovation im Bereich Batterie- und Solarzellenherstellung und damit den Wandel hin zu einer nachhaltigen Energie-Wirtschaft voran. Wir suchen stets neue Talente, die den Innovationsgeist der RENA voranbringen und die Zukunft der erneuerbaren Energien mitgestalten wollen."

Bernadette Kurte

Diplom-Geografin und Klimaschutzmanagerin in der Stabsstelle Stadtentwicklung der Stadt Offenburg

„Für den Klimaschutz braucht es die Energiewende und für die Energiewende braucht es Energie-Expert*innen, die systemisch denken. Das heißt, wir benötigen Fachkräfte, die die Anforderungen an die Energieversorgung über spezifische Anlagentechnik und einzelne Sektoren hinausgehend betrachten. Auch für die Stadt Offenburg ist Klimaneutralität eine Aufgabe. Diese bewältigen wir nur, wenn wir gemeinsam mit unseren Partnern das Potenzial für erneuerbare Energien unter Einsatz modernster Technologien ausschöpfen. Darüber hinaus müssen wir Gebäudeeigentümern und Unternehmensvertreterinnen ein Versorgungs- und dazugehöriges Beratungsangebot machen können, das Ergebnisse der aktuellen Forschung und Entwicklung berücksichtigt. Gleichzeitig müssen wir unsere Vorbildfunktion erfüllen und unsere eigenen Gebäude zukunftsfähig umbauen. Wir wissen noch nicht, mit welchen Technologien wir zukünftig Strom und Wärmeenergie für Offenburg generieren und wie der Gebäudebestand klimaneutral wird – aber wir wissen, dass wir Fachkräfte brauchen, die Lösungen für diese Herausforderungen erarbeiten.“

 

Abschlussgrad Bachelor of Engineering (B.Eng.)
Unterrichtssprache Deutsch
Regelstudienzeit 7 Semester (inkl. ein Praktikumssemester)
Studienbeginn Wintersemester
Bewerbungsschluss 24. September
Studiengebühren Semesterbeitrag in Höhe von 134,00 Euro
Ggf. werden zusätzlich folgende Gebühren erhoben:
- 1500 EUR Studiengebühren des Landes Baden-Württemberg für Internationale Studierende
- 650 EUR Zweitstudiengebühren des Landes Baden-Württemberg
Nähere Informationen finden Sie hier.
Zulassungsvoraussetzungen Allg. oder fachg. Hochschulreife, Fachhochschulreife
Vorpraktikum nicht erforderlich
Auswahlverfahren Nein
Akkreditierung Ja
ECTS 210 credits

Studien- und Prüfungsordnung

Bestimmungen über den formalen Ablauf von Studium und Prüfungen sowie über die Zulassungsbedingungen zu Prüfungen

Modulhandbuch

Inhaltliche Beschreibung der Lehrfelder des Studiengangs

Qualifikationsziele und Kompetenzmatrix

Einstieg ins Studium

Campus-Rallye, Infostände, Vorträge, Laborrundgänge, eine Grillfete des Allgemeinen Studierendenausschusses und jede Menge neue Gesichter: An den Einführungstagen lernen die neuen Studierenden "ihre" Hochschule kennen. Unterstützt werden sie dabei vom Team des MINT-Colleges, das Semester für Semester ein informatives und abwechslungsreiches Programm für die Studienanfänger zusammenstellt.

Mentor*innen sind Studierende höherer Semester, die den neuen Studierenden in den Bachelor-Studiengängen eine erste Orientierung im Studium geben:

  • Wie organisiere ich am besten meinen Studienalltag?
  • Wie bereite ich mich auf Prüfungen vor?
  • Wo finde ich das Prüfungsamt?
  • Wie funktioniert die Oskarkarte?
  • An wen kann ich mich bei Problemen wenden?
  • Was läuft abends in Offenburg oder Gengenbach?

Bei diesen und vielen anderen Fragen helfen die Mentor*innen den neuen Studierenden weiter. Jedem Mentor/jeder Mentorin ist dabei eine kleine Gruppe neuer Studierender zugeordnet. Die Treffen finden üblicherweise zu Beginn des Semesters organisiert statt, beispielsweise am Einführungstag. Später werden Ort und Zeitpunkt von den Gruppen selbst organisiert.

"Die Mentorinnen und Mentoren werden angeleitet und begleitet, können sich bei Fragen jederzeit per E-Mail an uns wenden und tauschen sich bei Treffen untereinander und mit den Organisatoren über ihre Erfahrungen aus", berichtet Jacqueline Obermann, die das Mentor*innenprogramm lange Zeit betreut hat.

In eigener Sache: Wir sind immer auf der Suche nach engagierten Studierenden, die gern als Mentorin oder Mentor neuen Studierenden den Einstieg an der Hochschule erleichtern möchten. Fragen rund um das Programm beantwortet gern Justine Schindler.

Aktueller Hinweis für das Wintersemester 2021/2022:
Auch in diesem Semester findet das Mentor*innenprogramm statt, allerdings betreuen die Mentorinnen und Mentoren die neuen Studierenden derzeit virtuell.

Sie sind eine neue Studierende/ein neuer Studierender und noch nicht Teil einer Mentor*innengruppe? Schreiben Sie einfach eine kurze Nachricht an die Koordinatorin des Mentor*innenprogramms: justine.schindler@hs-offenburg.de

Um Studierenden den Einstieg ins Studium zu erleichtern, bietet die Hochschule Offenburg vor dem eigentlichen Vorlesungsbeginn als Brücke zwischen Schule/Beruf und Studium verschiedene Vorkurse an. Die Brückenkurse finden zwei Wochen vor Semesterbeginn statt und werden von erfahrenen Dozenten geleitet. Die Themen sind mit den Dozenten der Erstsemester-Vorlesungen abgestimmt. Die Gruppeneinteilung erfolgt nach Studiengängen, die Gruppengrößen erlauben ein Eingehen auf individuelle Fragen. Bisherige Teilnehmende bewerteten die Kurse als sehr hilfreich.

Sie sollten die Vorkurse unbedingt besuchen, falls mindestens eine der folgenden Bedingungen auf Sie zutrifft:

  • Längerer zeitlicher Abstand zur Schulzeit
  • Kein Abitur
  • Mathe-Schulnote schlechter als 2,0
  • Starker Einsatz des grafikfähigen, programmierbaren Taschenrechners
  • Oder falls Sie auf-Nummer-sicher-gehen und schon Ihre Mit-Studierenden kennenlernen möchten

Mathe-Tests zu Beginn des ersten Semesters zeigen den Vorsprung der Vorkurs-Teilnehmenden gegenüber den Nicht-Teilnehmenden.

Die genauen Termine der Brückenkurse finden Sie hier.